17:30 Adventskalender: Singen für krebskranke Kinder
Jahr für Jahr kommen in der B-Ebene der Frankfurter Hauptwache bis zu 20 Schüler des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums zusammen, um gemeinsam zu musizieren und Spenden für einen guten Zweck zu sammeln – und das in diesem Jahr erstmals mit professioneller Unterstützung.
Zum ersten Mal überhaupt und aus einer spontanen Idee heraus, haben sich unter die Schüler in diesem Jahr professionelle Chorsänger der Alten Oper gemischt. Um den Schulchor des Gagern-Gymnasiums stimmgewaltig zu unterstützen.
Thomas Schobert, Opernsänger
„Ich persönlich finde, das kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Jetzt gerade auch in der Zeit, wo immer an Geld gespart wird. Und natürlich wird dann oft zuerst an der Kultur, an der Musik, an Sport und solchen Dingen gespart. Und Musik ist einfach was internationales, was weltumspannendes, was ein verbindendes Element hat. Und was uns alle sehr gut zusammenbringt.“
1985 fing alles an. Ein Lehrer des Gagern-Gymnasiums verstirbt an Krebs. Daraus entsteht die Idee der Schüler, künftig mit dem Musizieren Spenden für die Krebsstation der Uniklinik Frankfurt zu sammeln. Seitdem lädt der Schulchor jedes Jahr aufs Neue zum Verweilen und Mitsingen ein. So wie Margarete Suppinger, die von Anfang an – also seit sage und schreibe 40 Jahren!!! – immer wieder mit dabei ist.
Margarete Suppinger
„Ich bin dann jedes Jahr da und ich bin immer die ganze Adventszeit mindestens drei, vier mal, fünf mal, sechs mal dagewesen. Ich finde das halt einfach toll, dass Kinder heute noch musizieren. Und dass die sich dann auch in ihrer Freizeit da hinstellen. Das finde ich einfach toll.“
Eine halbe Millionen Euro an Spenden haben sie in den letzten 40 Jahren bereits gesammelt. Für die Kinderkrebsstation der Uniklinik Frankfurt wird mit dem Geld zum Beispiel neues Spielzeug gekauft. Gerade in der Weihnachtszeit kranken Kindern ein Lächeln schenken – genau das der Antrieb für Schülerin Franziska Schwamm. Die in diesem Jahr zum Organistationsteam gehört. 19
Franziska Schwamm, 17 Jahre
„Ich mittlerweile mache das vor allem eben, weil es eine Tradition ist. Aber auch, weil es mir am Herzen liegt, weil ich eben meistens mit in die Klinik darf am letzten Tag. Und dann sehe für wen ich das mache und das einfach irgendwie sehr schön ist dann in so Kinderaugen zu gucken, denen es offensichtlich nicht gut geht und zu wissen, dass man irgendwas getan hat, dass es ihnen besser geht.“
Seit sieben Jahren spielt sie mit und kümmert sich neben der musikalischen Führung vor Ort auch um Dinge wie Genehmigungen und die Terminplanung. Und der Aufwand wird belohnt: Die älteren Jahrgänge singen begeistert mit, während die Jüngsten den weihnachtlichen Klängen gebannt lauschen und von der Vorstellung beeindruckt sind.
Faris Samuel, 7 Jahre
„Also ich finde es super, weil die spenden gerade und helfen krebskranken Leuten. Und ich finde es gut, dass die gerade helfen.“Leila Adil, 9 Jahre
„Ich finde es schon krass. Weil die sind talentiert.“
So wird die Hauptwache Jahr für Jahr wieder zum Treffpunkt, an dem sich aktuelle und ehemalige Schüler des Gagern-Gymnasiums treffen und austauschen.
Marie Hermann, 15 Jahre
„Es gehört zum Advent dazu. Und es kommen immer wieder Leute auf einen zu und sagen einem, dass sie in ihrer Kindheit auch an der Schule waren und da auch schon mitgemacht haben. Oder ihre Kinder auch schon mitgemacht haben. Und es ist immer wieder schön dann auch Ehemaligen zu begegnen, die hier sind.“
So wie Charlotte von Winterfeld, die vor 40 Jahren noch selbst mitgesungen hat und sich über diese fortwährende Tradition freut.
Charlotte von Winterfeld, ehemalige Schülerin des Gagern-Gymnasiums
„Wir haben uns jedes Wochenende hier getroffen und gespielt und waren auch eine ähnlich große Truppe wie jetzt. Das gehörte einfach dazu. Finde ich großartig, dass das so weiterläuft. Also dass das von Generation zu Generation weitergegeben wird, dass die neuen Schülerinnen und Schüler das einfach weiter machen, finde ich krass super.“
Vielleicht war es ja nicht das letzte mal, dass Profis und Schüler gemeinsam an der Hauptwache auftreten. Gemeinsam wünschen sie jedenfalls:
„Frohe Weihachten! Und spenden Sie reichlich!“


