Fühlen sich sauwohl: Ausgesetzte Hängebauchferkel finden neues Zuhause in Frankenau

Kleine Hängebauchschweinferkel haben im nordhessischen Frankenau für jede Menge Aufregung gesorgt haben. Denn die Jungtiere wurden einfach so ausgesetzt und sich selbst überlassen. Der Arche-Hof Kellerwald hat aber Herz gezeigt und die Schweine aufgenommen. Und wenn Sie schon immer mal wissen wollten, wie so ein kleines Hängebauchschweinferkel genüsslich vor sich hinschmatzt, hören Sie jetzt genau hin!

Es scheint ihnen zu schmecken. Denn auf dem Arche-Hof Kellerwald von Ralf Finke können sich die borstigen Vierbeiner mal so richtig den Bauch vollschlagen. Für die schätzungsweise gerade mal acht Wochen alten Ferkel genau das Richtige, nach dem Stress der letzten Wochen.
Ralf Finke, Arche-Hof Kellerwald
„Am 16. November bekam ich in den Morgenstunden, wo es noch dunkel war, einen Anruf, dass am Parkplatz Stauweiher  Schweine rumlaufen würden. Ob das zufällig meine sein könnten. Nein, meine waren es nicht. Und dann bekam ich das erste Whatsapp-Bild und habe gesehen, dass es Ferkel sind.“
Ralf Finke bietet direkt seine Hilfe an. Das Einfangen der herumirrenden Ferkel, trotz Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr, kein leichtes Unterfangen. Wie diese Aufnahme einer Wildkamera zeigt. Am Ende fangen die Retter insgesamt zwölf Hängebauchschweinferkel. Sieben von ihnen konnten bereits weitervermittelt werden. Die übrigen fünf haben auf dem Arche-Hof ihr neues Zuhause gefunden.
Ralf Finke, Arche-Hof Kellerwald
„Normalerweise gehörten die eventuell auch noch an das Muttertier, dass sie noch ein bisschen Muttermilch kriegen. Aber draußen in der freien Natur hätten die glaube ich keine große Überlebenschance.“
Neben seinem leidenschaftlichen Hobby, der Pferdezucht, nimmt Ralf Finke auf seinem Hof vom Veterinäramt beschlagnahmte Tiere auf und züchtet bedrohte Rassen. Daher vermutet er, dass die Ferkel gezielt in der Region Kellerwald, ganz in seiner Nähe ausgesetzt wurden.
Ralf Finke, Arche-Hof Kellerwald
„Sicher ist das auch ärgerlich. Und das macht mich auch ein Stück weit böse. Aus diesen süßen Schweinchen werden auch mal große. Dessen sollte man sich bei der Zucht von Tieren bewusst sein. Wenn man züchtet, muss man auch die Verantwortung übernehmen, diesen Tieren gerecht zu werden.“
Die Polizei ermittelt jetzt gegen Unbekannt und hofft auf Hinweise von Augenzeugen. Neben passenden Namen sucht Ralf Finke, zusammen mit der Tierschutzorganisation Rüsselheim nach Paten für die fünf Ferkel. Bei denen nach der großen Mahlzeit jetzt erst mal verdauen und faulenzen angesagt ist.