Schülerstreiks gegen Wehrpflicht

Seit fast vier Jahren tobt ein Krieg in der Ukraine – ein russischer Angriffskrieg. Und spätestens seit dieser Zeit wird noch intensiver über unsere Verteidigungsfähigkeit gesprochen. Heute hat sich der Deutsche Bundestag auf einen neuen freiwilligen Wehrdienst geeinigt. Zukünftig heißt es für junge Männer wieder: Antreten – zumindest bei einer verpflichtenden Musterung. Das gefällt nicht allen und so sind heute bundesweit Schüler auf die Straße gegangen – auch bei uns in Hessen und Rheinland-Pfalz. Am Ende waren es aber weniger als angekündigt

Eigentlich müssten sie gerade in der Schule sein. Doch diese Schüler hier in Mainz wollen ein Zeichen setzen gegen die Reform des Wehrdienstgesetzes.
Joshua Barthel, 13 Jahre
„Weil ich gegen die Wehrpflicht bin und ich es nicht einsehe, dass ich zwölf Jahre lang in die Schule gehe und mir dann die Zukunft geraubt wird und ich dann in die Bundeswehr gehen muss und möglicherweise auch in den Krieg ziehen muss und dabei sterben kann.“
Maxim, 16 Jahre
„Ich glaube, dass es für die meisten auch stimmt, dass ich lieber weiter leben würde, auch unter irgendeiner Besatzung oder was auch immer als in irgendeinem Schützengraben zu verrecken.“
„Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft.“ Diese Meinung teilen auch die Schüler in Wiesbaden.
Ab dem kommenden Jahr erhalten alle 18 Jährigen einen Brief zur Musterung. Der Wehrdienst an sich bleibt zwar zunächst freiwillig. Viele Schülerinnen und Schüler haben aber die Befürchtung, dass das neue Gesetz nur der erste Schritt zu einer Wehrpflicht ist.
In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der deutschen Soldaten kontinuierlich gesunken. Um das erklärte Ziel von 270.000 aktiven Soldaten im Jahr 2035 zu erreichen, muss die Truppe um ein Drittel wachsen.
Das will die Bundesregierung nun über das neue Gesetz erreichen.
Gordon Schnieder (CDU), Landesvorsitzender RLP
„Jetzt versucht man es über dieses freiwillige Modell. Und wenn das nicht hinhaut, wenn man darüber die Mannstärke nicht erreichen, dann wird man über nächste Schritte nachdenken. Man hat jetzt mit dem, ich sag mal, leichtesten Punkt angefangen.“
Dass die Politik die Schüler mehr in ihre Entscheidungen einbezieht, das würden sich die Demonstrierenden hier wünschen. Und sind bereit, dafür auch weiterhin auf die Straße, statt in den Unterricht zu gehen.