Freiwillig im Wehrdienst

Während Schüler gegen das geplante Wehrdienstgesetz demonstriert wird, steigt schon jetzt die Zahl derer die freiwillig Wehrdienst leisten. Darunter auch immer mehr junge Frauen. Wir haben zwei Rekrutinnen bei Ihrer Ausbildung begleitet.

Die Südpfalz-Kaserne in Germersheim. Aktuell werden hier 450 Rekruten der Bundeswehr ausgebildet. Die Stuben sind voll. Mit fünf anderen Rekrutinnen teilt sich Barlen ihr Zimmer. Nur ein kleines Fach bleibt für persönliche Gegenstände. Für die 19-Jährige eine Umstellung.
Barlen, freiwillige Wehrdienstleistende
„Man vermisst schon das zuhause leben, weil zuhause hat man mehr Platz. Die Privatkleidung darf man zum Beispiel auch nicht im Schrank hinlegen, die muss man irgendwo verstauen. Und eigenes Badezimmer zum Beispiel, hier hat man das ja alles nicht und macht das alles zusammen mit den anderen Stubenkameraden.“
Direkt nach der Schule hat sie sich dazu entschlossen, zum Bund zu gehen. Ihr habe ein klares Ziel und eine Struktur in ihrem Leben gefehlt. Um fünf Uhr morgens aufstehen und strikte Vorgaben gefallen ihr gut. Für sie ist klar, nach der Grundausbildung möchte sie Berufssoldatin sein. Für Deutschland kämpfen: Für sie selbstverständlich.
Barlen, freiwillige Wehrdienstleistende
„Klar man hat immer Angst vor Krieg, aber ich finde, das gehört dazu. Man hat sich ja deshalb bewusst dazu entschieden.“ – „Das heißt, Sie würden auch für Deutschland in den Krieg ziehen?“ – „Ja.“
Amelie hat zusammen mit Barlen vor fünf Wochen mit der Wehrausbildung begonnen. Heute übt sie an der Waffe. Auf Befehl wird das Sturmgewehr gezogen, gezielt und gefeuert. Für Amelie mittlerweile Routine, doch Soldatin war nicht immer ihr Traumberuf.
Amelie, freiwillige Wehrdienstleistende
„Ich hatte als Kind die Bundeswehr eigentlich nicht so auf dem Schirm, bis es dann überall als Werbung kam und dann dachte ich mir so, ist doch auch eigentlich eine gute Idee.“
Jetzt will die  20-Jährige Pilotin bei der Luftwaffe werden. Vorher steht jedoch die zwölfmonatige Grundausbildung an. Für Amelie  steht fest: Sie bleibt bei der Bundeswehr.
Wie Amelie und Barlen melden sich aktuell wieder deutlich mehr junge Erwachsene für den freiwilligen Wehrdienst.
Während die Zahl in den Vorjahren immer zwischen acht und zehntausend schwankte, lag sie im  August  dieses Jahres bereits bei 13.000. Das macht sich auch in Germersheim bemerkbar, wo immer vierteljährig neue Rekruten ihre Ausbildung beginnen.
Hauptfeldwebel Robert, Ausbilder und Fachlehrer
„Auch in Quartalen, in denen erfahrungsgemäß nicht so viele Rekruten hier eigentlich angereist sind, sind mittlerweile die Quartale voll, die Stuben sind voll, die Ausbildungsabschnitte sind gut besucht.“
Wie viele Wehrdienstleistende nach der Grundausbildung bei der Bundeswehr bleiben – dazu gibt es keine offiziellen Zahlen. Zwei Soldatinnen hat man hier in Germersheim jedenfalls für den Dienst an der Waffe gewinnen können. Amelie und Barlen.