Zu Gast im Studio: der plastische Chirurg Dr. André Borsche
Der Mann mit den besonderen Händen, Dr. André Borsche sitzt bei uns im Studio. Guten Abend.
Dr. André Borsche:
Guten Abend.
Markus Appelmann:
Herr Borsche. Die wichtigste Frage zuerst. Wie geht es Bogdana heute? Gestern war ja die OP.
Dr. André Borsche: Ja, ich war gerade bei ihr vor der Sendung gewesen. Und sie strahlt zwar noch nicht, aber sie hat die beiden Daumen nach oben gezeigt und es geht ihr sehr gut. Sie darf wahrscheinlich morgen schon nach Hause, aber noch nicht ganz in die Heimat. Und wir schauen, dass es dann auch mit den Transplantaten gut angehalten werden wird.
Markus Appelmann: Sie sind ja fast das ganze Jahr unterwegs. Sie kommen jetzt gerade am Montag zurück aus einem der ärmsten Länder der Welt, aus Mosambik. Wir schauen uns mal ein Bild an, da sehen wir sie am Flughafen und vor ihnen ganz viel Gepäck. Da sind aber keine Klamotten drin.
Dr. André Borsche: Nein, da sind ganz viele Medikamente, Verbandsmaterial, Instrumente. Wir haben wirklich 35 Koffer dabei gehabt, weil es so eine arme Region war, wo die Not so offensichtlich war, dass wir wirklich alles mitbringen müssen, um hochqualifizierte Hilfe leisten zu können.
Markus Appelmann: Und das Material lassen sie dann auch vor Ort?
Dr. André Borsche: Richtig, nicht? Wir haben davon wirklich 15 Koffer dort lassen können und waren glücklich, dass die sie auch vernünftig verwenden können. Nicht? In den zwei Wochen wollen wir ja nicht nur den Kindern und anderen Menschen helfen, sondern wir wollen ja auch, dass die in unseren Fertigkeiten was mitkriegen. Und dazu brauchen sie natürlich auch das Material.
Markus Appelmann: Um mal ein Gefühl für diesen Einsatz in Mosambik zu bekommen, haben Sie uns auch Videomaterial mitgebracht. Ist das hier ein ganz normales Krankenhauszimmer in Mosambik?
Dr. André Borsche: Ja, das kann man schon sagen. Die meisten Patienten sind nicht nur im Bett, sondern manchmal auch auf dem Fußboden, liegen auf Matten oder im Flur. Also es ist eine Überfüllung, die wir uns überhaupt nicht vorstellen können. Aber es ist ein liebevolles Miteinander und da konnten wir uns einklinken. Und sie sehen, dass auch gerade die Kinder, die sonst keine Chance hätten, adäquat behandelt zu werden, sehr hoffnungsvoll uns überreicht wurden, damit wir denen durch Operationen helfen können.
Markus Appelmann: Mosambik ist von einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg gezeichnet. Das Auswärtige Amt rät eine Reise dahin ab. Warum machen Sie das trotzdem? Die Gefahr ist ja immer auch da.
Dr. André Borsche: Die Gefahr können wir nicht ausschließen. Wir vertrauen aber auf den, der uns eingeladen hat. Und das war ein Chirurg, mit dem wir jetzt schon seit vier Jahren zusammenarbeiten. Und ich denke, ein gewisses Risiko müssen wir tragen, wenn wir gerade die erreichen wollen, die sonst keine Chance haben. Und wir sind wirklich. Viermal müssten wir das Flugzeug wechseln, bis wir an diese Stelle kamen, wo wir wussten, da ist die Not so groß, da braucht man am meisten Hilfe.
Markus Appelmann: Und mit auf der Reise war auch Ihre Frau und Ihr Sohn Ravié. Wir sehen da gerade ein Bild. Es ist ein gut funktionierendes Familienunternehmen.
Dr. André Borsche: Unsere Urlaubsreise, eine Urlaubsreise mit ganz viel Sinn und Effektivität, weil wir wirklich da so zusammenwachsen und durch diese gemeinsame Aktivität für die anderen Menschen einfach eine Sinngebung erfahren, die ist einfach großartig.
Markus Appelmann: Bekommen Sie jetzt gerade an Weihnachten ganz viel Post von den vielen Operation, die Sie getätigt haben, Von den Kindern, denen Sie ein neues Gesicht geschenkt haben?
Dr. André Borsche: Das stimmt. Heutzutage schreibt man nur wenige Postkarten. Ich hab jetzt auch ganz viel schon die Tage, die ich wieder zurück. Wenn. Jeden Tag kriege ich wirklich eine Reihe von Fotos, wo ich sehe ah, wie es geheilt ist und auch sehr viele dankbare Patienten, die sagen Meine Güte, was für ein Geschenk haben wir hier erhalten?
Markus Appelmann: Ist das der Lohn Für Ihre Arbeit?
Dr. André Borsche: Allemal Allemal. Ich bin sicher, wir sind alle gemeinsam als Team Gebende, Aber wir sind auch total Nehmende. Wir werden durch diese Dankbarkeit und durch die Effektivität unserer Hilfe richtig belohnt.
Markus Appelmann: Mosambik war jetzt Ihr rund 80. Einsatz muss man sich mal vorstellen. Haben Sie schon wieder Pläne für die Zukunft? Geht es weiter?
Dr. André Borsche: Es geht noch mal weiter. Vielleicht sogar nach Somalia. Also auch eine Ecke, die nicht gerade ungefährlich ist. Aber wenn ein Hilferuf so konkret ist und man sich einfach vorstellt, dass durch das eigene Handeln man so viel bewirken kann, dann kann man eigentlich nicht nein sagen.
Markus Appelmann: Einen Termin sollten wir aber einplanen, dass wir uns kurz vor Weihnachten 2026 hier wieder im Studio treffen. Das gehört zur Tradition dazu. Danke für Ihren Besuch.
Dr. André Borsche: Danke, dass ist ganz großartig. Ich freue mich sehr, jedes Mal hier bei Ihnen zu sein. Perfekt. Danke.


