Winzer spezialisiert sich auf Glühwein

Eins darf in der Adventszeit auf keinen Fall fehlen. Eine Tasse warmer Glühwein oder Traubenpunsch. Allein in Deutschland werden pro Jahr – Achtung – 50 Millionen Liter Glühwein getrunken. Während der Weinbau in Deutschland in einer Krise steckt, bleibt Glühwein weiterhin ein lukratives Geschäft. Doch was gehört alles zur Produktion? Türchen drei in unserem „17:30 Sat.1 live“-Adventskalender wirft ein Blick hinter die Kulissen.

Die Reben sind schon lange abgeerntet, der Weinberg schläft. In der Winzerscheune von Meik Dörrschuk wird dagegen auf Hochtouren gearbeitet. Der Winzermeister ist spezialisiert auf die Herstellung von Glühwein. Das Prädikat ‚Winzerglühwein‘ ist geschützt im deutschen Weingesetz. Das bedeutet – nur die Trauben aus dem eigenen Betrieb dürfen verarbeitet werden.
Meik Dörrschuk, Winzermeister
„Da hat meine Mutter damals den Auftrag von mir und meinem Vater bekommen, sie soll mal einen guten Glühwein machen für uns und da hat sie so eins, zwei Jahre rumgetüftelt und irgendwann haben wir gesagt. ‘Genau das ist es“‘“
Das war vor 36 Jahren. An dem Geheimrezept hat sich bis heute nichts geändert. Die Produktion läuft aber in einem größeren Stil. Mittlerweile werden jedes Jahr 500.000 Tassen Glühwein hergestellt.
Nach Ernte und Gärung wird der Wein durch eine Maschine geleitet und dabei filtriert.
Meik Dörrschuk, Winzermeister
„Nach der Gärung ist er ja trüb, wie ein naturtrüber Traubensaft oder Apfelsaft, wie man es sich vorstellen kann, aber er soll ja schön klar sein und das macht diese Maschine für uns.“
Nach dem Filtern geht es für den Wein weiter in den nächsten Tank. Beim Abfüllen wird der Wein zusätzlich noch mit Stickstoff versetzt.
Meik Dörrschuk, Winzermeister
„Das müssen wir machen damit die Kohlensäure aus dem Wein draußen ist. Sonst hat das zur Folge, dass auf den Weihnachtsmärkten, wenn der von kalt auf heiß gezapft wird, die Kohlensäure wie explodiert und nur schäumt.“
Der Sud wird mit den klassischen Glühweingewürzen wie Nelken und Zimt eingekocht. Dazu kommen dann noch Rübenzucker und natürlich die geheimen Familienzutaten. Auch das genaue Mischverhältnis von den verwendeten Rebsorten Dornfelder und Regent ist ein Geheimnis.
Meik Dörrschuk, Winzermeister
„Nach dem Süßvorgang, Aromatisierung kommt dann der Wein hier in diesen Tank. Wir machen immer 10.000 Literweise fertig, das ist für uns einfach wie kleinere Gebinde. Das heißt es kommt hier rein, wird drin nochmal gemischt mit einem Rührgerät und dann probiert, damit wir wissen wie er kalt schmeckt. In dem kalten Zustand ist die Aromatik nicht ganz so stark wie im heißen Zustand, aber du schmeckst einfach den Geschmack von dem Wein intensiver. Das ist in kaltem Zustand einfach besser. Jeder Glühwein, der kalt gut schmeckt, schmeckt garantiert auch warm.“
Mit der Spezialisierung auf Winzerglühwein  hat der Betrieb in der kriselnden Weinbranche  schon frühzeitig eine Nische gefunden. Und den kann man sich am Ende auf den Weihnachtsmärkten der Region  schmecken lassen. Prost!