Weniger Geldautomatensprengungen
In den vergangenen Jahren war es fast eine traurige Tradition in der dunklen Jahreszeit: Kaum eine Nacht ohne einen gesprengten Geldautomaten. Die Täter, meist organisierte Banden wurden immer gerissener, ihre Taten immer explosiver. Aber die Banken haben aufgerüstet und das zeigt nun Wirkung. In diesem Jahr ist die Zahl der Geldautomatensprengungen in Hessen und Rheinland-Pfalz massiv gesunken.
Vergangenen Freitag im rheinhessischen Ingelheim. Gegen 1:15 Uhr knallt es im Vorraum eines Einkaufsmarktes. Bislang unbekannte Täter haben dort einen Geldautomaten gesprengt.
Es ist eine von aktuell zwölf Sprengungen im laufenden Jahr. Ein Tiefststand in Rheinland-Pfalz. Drei Jahre zuvor hatte es noch 56 Taten gegeben. Auch in Hessen fliegen in diesem Jahr deutlich weniger Geldautomaten in die Luft als noch in den Vorjahren. Lediglich 6 Fälle im laufenden Jahr, ein Rückgang von über 90 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023.
Das liege laut den Ermittlern daran, dass die Banken ihre Geräte inzwischen besser schützen und an gebündelter Präventionsarbeit.
Virginie Wegner, Landeskriminalamt Hessen
„Wir haben den Schulterschluss geschafft zwischen Politik, Polizei und auch der Banken und Kreditwirtschaft, das heißt wir haben die Banken individuell beraten, zu Sicherheitsmaßnahmen, die dankend angenommen und umgesetzt worden sind. Wir sprechen hier von Nachtverschluss, Einsatz von Videotechnik und aber auch Nebel- und Einfärbetechnik.“
Diese Maßnahmen sieht auch der rheinland-pfälzische Innenminister als Schlüssel zum Erfolg. Denn eingefärbte Geldscheine seien für Täter wertlos.
Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP
“Rückblickend waren natürlich Maßnahmen auch schon früher angezeigt und möglich gewesen und trotzdem ich bin froh, dass wir typisch rheinland-pfälzisch im Sinne eines runden Tisches uns vereinbaren konnten mit der Kreditwirtschaft und mit den Sparkassen und die Bereitschaft dann selbst in die Hand zu nehmen, um das Vermögen der Kundinnen und Kunden zu schützen war dann auch groß.“
Denn groß waren auch die Schadenssummen. Neben Lebensgefahr für die Bewohner sorgten die Sprengungen auch für teils massiv beschädigte Gebäude. Entstanden dadurch laut hessischem Landeskriminalamt im Jahr 2023 noch Schäden in Höhe von 15 Millionen Euro inklusive Beute, so ist diese Zahl im laufenden Jahr auf bislang gerade einmal 300.000 Euro gesunken.
Die Täter sind aber weiter aktiv, nur eben wo anders.
Virginie Wegner, Landeskriminalamt Hessen
„Die Täter, die in der Regel aus den Niederlanden kommen, sind in anderen Bundesländern aktiv aber allen voran haben sie ihren Wirkungsbereich nach Österreich verlegt.
Der Rückgang in Deutschland sei aber kein Grund, nun locker zu lassen und etwa nachts wieder mehr Bankbereiche zu öffnen, dies hätten auch die Banken verstanden.
Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP
“Wir gehen schon davon aus, dass sich das niedrige Niveau stabilisieren wird. Weil dort wo technische Nachrüstungen da sind, für die Täter klar ist, ich habe dort keinen Erfolg. Gleichzeitig werden wir natürlich im partnerschaftlichen Dialog mit der Kreditwirtschaft in Rheinland-Pfalz dafür sorgen, dass die Banken ihrerseits das Schutzniveau hochhalten.“


