Kooperation zur Artenvielfalt

Umweltschutz und Landwirtschaft standen sich oft unversöhnlich gegenüber. Jetzt setzt man auf Kooperation – dazu hat sich die Umweltministerin Katrin Eder von den Grünen und die Landwirtschaftsministerin Daniela Schmitt von der FDP heute getroffen. Bleibt nur die eine Frage: Warum haben das die beiden nicht schon viel früher gemacht, immerhin arbeitet man ja schon viele Jahre in der Ampelregierung in Rheinland-Pfalz zusammen.

Streit um Flächen, Düngung und den Schutz von Tieren – den hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Nach fast drei Jahren Verhandlungen einigen sich Landespolitik, Naturschützer und Landwirte jetzt auf eine Kooperationsvereinbarung. Ziel ist es die Artenvielfalt zu schützen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte zu stärken. Lokale Arbeitsgruppen sollen unter anderem über den Umgang mit gefährdeten Arten – wie dem Biber – beraten.
Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen), Umweltministerin RLP
„Das man dann darüber spricht und eben frühzeitig, bevor man dann konfrontativ losgeht aufeinander, sich überlegt wie man hier gemeinsam, wie man gemeinsam zu einem entsprechenden Management kommt. Damit meine ich jetzt gar nicht Tötung oder Vertreibung, sondern eben zu schauen kann man die Landwirte honorieren, kann man ihn weglocken und an anderen Stelle ein Angebot machen. Zum Beispiel Flächen auch aufkaufen.“
Entsprechende Maßnahmen sind freiwillig und werden gefördert mit Geld von Land, Bund und der EU. Damit sich viele Landwirte beteiligen, müssten die Maßnahmen praktikabel sein und sich gut in den Betriebsablauf integrieren lassen.
Eberhard Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd e. V.
„Und am Ende müssen sie finanziell interessant sein, sodass es am Ende egal ist, ob ich auf einer Fläche Land wie groß auch immer Weizen anbaue oder Naturschutzmaßnahmen mache. Wenn ich mit Weizen Geld verdienen kann oder mit Zuckerrüben oder andererseits mit Naturschutzmaßnahmen, warum sollte ich sie dann nicht machen?“
Ungewohnte Einigkeit zwischen Landwirten und Naturschützern. Nun muss sich in der Praxis zeigen, ob der Schulterschluss Artenvielfalt RLP mehr ist als nur ein Lippenbekenntnis.