Kunstrad-Vizeweltmeister aus Mainz

Die Kunstradfahrerinnen aus Ebersheim haben schon viele Titel nach Mainz geholt – jetzt gerade haben sie im Kunstrad-Vierer die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft gewonnen. Uns haben sie ihre Kür nochmal gezeigt.

Das sind sie, die vier Medaillengewinnerinnen: Milena Schwarz, Tijem Karatas, Stella Rosenbach und Annika Rosenbach. Diese Kür kennen sie in und auswendig, denn damit sind sie bei der Weltmeisterschaft angetreten.
Jede Bewegung muss perfekt aufeinander abgestimmt sein, dazu keinen Drehwurm kriegen, das Gleichgewicht halten und nie die Orientierung verlieren.
Milena Schwarz, Kunstradfahrerin
„Die Fläche ist ja immer gleich und man muss sich natürlich an der Fläche orientieren. Und die Mädels, wenn wir so auf superengem Raum fahren, man sieht sich so im Augenwinkel und man weiß auch genau, wie weit kann ich meinen Kopf drehen und man spürt sich einfach.“
Kein Wunder, denn die Mädels kennen sich seit sie klein sind. Mit ungefähr sechs Jahren haben sie mit dem Kunstradfahren angefangen, heute trainieren sie mindestens vier Mal in der Woche. Und wissen genau, warum Kunstrad für sie der perfekte Sport ist.
Annika Rosenbach, Kunstradfahrerin
„Das Streben nach Perfektionismus und der Nervenkitzel.“
Stella Rosenbach, Kunstradfahrerin
„Die Abstimmung bis ins kleinste Detail.“
Milena Schwarz, Kunstradfahrerin
„Die Gemeinschaft ist das Tolle am Kunstrad fahren.“
Tijem Karatas, Kunstradfahrerin
„Dass wir gemeinsam als Team ein Ziel haben und das auch schon seit mehreren Jahren.“
Mit normalem Fahrradfahren hat der Kunstradsport auf diesem Niveau wenig zu tun. Die Kunsträder haben nämlich keine Bremse und keine Gangschaltung. Die Mädels fahren hauptsächlich auf den Hinterrädern und dann auch noch rückwärts. Eines der wichtigsten Elemente: Die Drehung. Die muss laut Reglement innerhalb eines Durchmessers von 50 cm stattfinden. Außerdem dürfen die Radkünstlerinnen  die orangenen Linien nicht überfahren, sonst kostet sie das jedes Mal einen halben Punkt.
Milena Schwarz, Kunstradfahrerin
„Die Balance braucht man auf jeden Fall und so ein bisschen turnerisches Geschick und dann ist aber wirklich einfach nur Disziplin und Ehrgeiz.“
Damit und mit dem Training von Oliver Schwarz hat es das Quartett zur Weltmeisterschaft nach Göppingen geschafft. Nur ganz knapp haben sie die Goldmedaille verpasst. Die Schweizerinnen waren minimal besser.
Oliver Schwarz, Radkunst-Trainer Radsportverein Mainz-
„Wir hatten rund 60 mitgereiste Fans, die mitgereist sind und die auch angefeuert haben. Da ist natürlich der Ehrgeiz, da den Titel zu holen, enorm groß. Die Halle war voll und die Leistung war da. Es waren zwei Mannschaften auf Augenhöhe, die sich da um minimale Punkte gekämpft haben und das war einfach ’ne supercoole Stimmung, ’ne supercoole WM.“
Und das spornt den Radkunst-Vierer fürs nächste Jahr noch mehr an. Da möchten die Mädels dann Gold gewinnen.