Chatbot für Schulen
Immer neue Brandbriefe kommen beim Bildungsminister an: Die Lehrer schlagen Alarm, weil die Kinder nicht mal die einfachsten Voraussetzungen für die Schule mitbringen. Armin Schwarz, der hessische Bildungsminister, hat uns dazu heute seine Einschätzung mitgeteilt – am Rande eines Termins bei dem es um ChatGPT und Co. ging. Denn, das weiß der Bildungsminister ebenfalls: Künstliche Intelligenz muss jetzt schleunigst eingesetzt werden im Schulalltag. „Telli“ heißt seine Lösung. Wir haben uns das ganze mal angeschaut an der Gesamtschule Grünberg.
Heute auf dem Lehrplan: der Klimawandel. Der Gesellschaftslehre-Unterricht der Klasse 8a wird vom KI-Chatbot „telli“ unterstützt und kommt bei den Schülern gut an.
Maximilian Amend, Schüler
„Es macht das Lernen einfacher. Es hilft einfach dabei, dass wenn man längere Text hat oder Begriffe, die relativ schwer sind, die man nicht im Alltag benutzt, zu erklären. Und einfach Sachen zu verstehen.“Beeke Linger, Schülerin
„Es ist ein bisschen leichter, weil man halt nur zu dem Thema, was man jetzt auch macht, Antworten bekommt. Also auch verlässlicher.“
Der KI-Chatbot „telli“ ist eine Offline-Anwendung, die nicht ans Internet angeschlossen ist und deren Inhalte vorab von den Lehrkräften vorbereitet werden. Das begrenzt zwar den Umfang an verarbeiteten Informationen, schließt dafür aber gleichzeitig Gefahren wie Falschinformationen aus. Der KI-Chatbot hilft nicht nur Schülern beim Lernen, sondern auch Lehrern bei der Unterrichtsvorbereitung oder der Überwindung von Sprachbarierren.
Christian Noack, Lehrer
„Wir haben ja auch Schüler mit Deutsch als Zweitsprache. Das heißt, der kann dann auch sagen: Ok, das überfordert mich. Übersetz es mir doch mal schnell oder sowas. Also ganz breites Angebot, Möglichkeiten dort das einzusetzen.“
Während der technologische Fortschritt allmählich in Hessens Klassen einzieht, bezeichnen mehr als 1000 Lehrkräfte die Lage an ihren Grundschulen als alarmierend und wenden sich, mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen, mit einer Resolution an das hessische Bildungsministerium. Das Schulsystem müsse sich an die neuen Herausforderungen anpassen und Lehrkräften mehr Zeit für pädagogische Arbeit einräumen.
Thilo Hartmann, Vorsitzender GEW Hessen
„Dafür brauchen wir kleinere Klassen. Wir brauchen mehr Lehrkräfte, die ausgebildet sind. Wir brauchen die Zeit für diese Teams, die multiprofessionell von verschiedenen Sichtweisen drauf gucken. Da muss die Zeit für die Absprache da sein. Dann kann die Schule auch das machen, was sie gerne machen möchte. Und zwar jeden einzelnen optimal fördern. Damit jede und jeder einen guten Weg ins Leben haben kann.“
Laut Bildungsminister Armin Schwarz nehme das Land die in der Resolution genannten Sorgen der Lehrkräfte ernst. Gleichzeitig sieht er aber auch die Eltern der Schüler in der Pflicht.
Armin Schwarz (CDU), Bildungsminister Hessen
„Wenn Kinder in die Schule kommen und nicht in der Lage sind einen Stift richtig zu halten oder sich in einer Art und Weise verhalten, die nicht altersgemäß sind, ist das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. An Schulen setzen wir ganz ganz viel rein, an Sonderpädagogen, an Schulpsychologen. Und die Schule leistet sehr viel. Die Schule alleine kann aber nicht alles leisten, das hat auch etwas mit frühkindlicher Bildung zu tun und den Elternhäusern.“


