Mitarbeiter gekündigt, Patienten entlassen – Krankenhaus in Remagen schließt

Monatelang gab es Hoffnung, doch jetzt das Aus. Das insolvente Krankenhaus Maria Stern im Kreis Ahrweiler muss schließen. Die letzte Verhandlungsrunde mit einem Investor war am Montagabend gescheitert. Ein Schock für die Mitarbeiter und die Menschen in der Region.

Die Türen des insolventen Krankenhauses Maria Stern in Remagen – sie werden womöglich für immer geschlossen bleiben. Der Betrieb – nach über 130 Jahren eingestellt. Die letzten Patienten wurden vor zwei Tagen entlassen, den verbleibenden 118 Mitarbeitern gekündigt.
Nicole Scharfenstein
„Keiner wusste genau, was passiert. Trotzdem hat man immer noch die Hoffnung gehabt, wir bleiben. Es wird was, es wird was Neues kommen.“
Bettina Harth
„Das Team hier in Remagen ist eine Familie und das gibt‘s nirgendwo. Und das ist das, was uns am meisten wehtut. Dass wir alle auseinander gerissen werden.“
Günter Weber
„Wenn heute diese Abschiedsfeier oder Abschiedsparty ist… Ich denke schon mit Grausen dran, wenn heute Abend der erste anfängt zu weinen, dann geht das da reihum.“
Ende März meldet das Verbundkrankenhaus Linz-Remagen Insolvenz an. Für die Klinik in Linz wird Anfang Oktober eine Lösung gefunden. In Remagen ist der Investor nun kurzfristig abgesprungen. Größter Streitpunkt soll eine vom Bonner Investor IGPmed geforderte Mehrheit am Standort Linz gewesen sein. Der Insolvenzverwalter sieht sich in der Folge zur Schließung gezwungen. Illusionen macht sich hier keiner mehr.
Thomas Werner, Geschäftsführer Krankenhaus Maria Stern Remagen
„Als Krankenhausstandort ist es schwer, wenn jemand käme, um wieder ein Krankenhaus aufzubauen. Weil, er würde mit null Mitarbeitern starten. Wir kennen die Situation der Fachkräfte, auch im Gesundheitswesen, gerade Krankenschwestern. Es ist eine Schande, auf gut Deutsch. Weil hier steht eine komplette Infrastruktur dann leer und wird irgendwie verwertet.“
Gestiegene Energie- und Personalkosten und im Schnitt nur zur Hälfte ausgelastete Betten hatten das Krankenhaus in eine finanzielle Schieflage gebracht. Für die Remagener ist die Schließung ein herber Schlag.  Allein in der Notfallambulanz wurden jährlich 12.000 Patienten behandelt.
Björn Ingendahl (parteilos), Bürgermeister Remagen
„Die gesundheitliche Versorgung in der Fläche darf nicht schlechter werden. Das ist mein ganz klarer Anspruch. Und wie das auch gemeinsam mit den Rettungsdiensten und mit der ambulanten Versorgung geschehen kann und auch geschehen muss, darüber müssen wir reden.“
Und zwar mit dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsminister, der sein Kommen für Januar zugesagt hat. Das Ministerium äußert sich schriftlich:
Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz
„Die stationäre medizinische Versorgung in der Region ist gesichert. Insofern hat der Landkreis aktuell keine Verantwortung, diese sicherzustellen. Auch das Land kann demnach den Rückzug eines Trägers nicht verhindern.“
Ein Teil des Remagener Klinikpersonals soll im Krankenhaus Linz weiterbeschäftigt werden. Der mögliche Investor IGPmed hat angekündigt, am Standort Remagen festzuhalten. Doch die Voraussetzungen für eine Neueröffnung scheinen gerade in weite Ferne gerückt.