Der 17:30-Sporttalk mit Julian Beimel

Mainz 05 und Eintracht Frankfurt mussten europäisch ran – beide mit wenig Erfolg. Wir werfen einen Blick auf die kommenden Herausforderungen für die beiden Vereine – und natürlich auch für den FCK und Darmstadt 98.

Markus Appelmann, Moderator:
Erst mal schauen wir jetzt auf den europäischen Fußball. Da mussten unsere Mannschaften – Eintracht Frankfurt und Mainz 05 – ja bereits unter der Woche ran. Und darüber spreche ich jetzt mit meinem Kollegen Julian Beimel aus der Sportredaktion. Hallo! Julian, wie ordnest Ddu das Spiel der Mainzer gegen den rumänischen Club Craiova ein?
Beimel:
Das 0:1 der Mainzer gestern Abend die erste Niederlage in der Conference League. Sie haben zwar noch gute Chancen auf die direkte Achtelfinalteilnahme, aber das war eine schwache Leistung gestern, für die es nach Spielende ein Pfeifkonzert der eigenen mitgereisten Fans gab. Und in der Bundesliga erwartet die Mainzer am Sonntag auswärts mit Freiburg nochmal ein deutlich stärkerer Gegner. Wir hören mal rein, wie Trainer Bo Henriksen nach sieben Spielen ohne Sieg in der Liga die Lage bewertet.
Bo Henriksen, Trainer 1. FSV Mainz 05:
„Gestern waren wir nicht 100 Prozent da. Wir haben nicht zusammengespielt.Das können wir auch sehen. Und Sonntag sind alle frisch, wenn wir rauskommen. Und deswegen habe ich große Hoffnung. Kein Problem.“
Beimel:
Er gibt sich hoffnungsvoll, aber ich glaube das Spiel gegen Freiburg wird für Bo Henriksen ein ganz Wichtiges, vielleicht Entscheidendes. Und besonders bitter – Torhüter Robin Zentner musste gestern mit Adduktorenbeschwerden ausgewechselt werden und fällt am Sonntag wahrscheinlich aus.
Appelmann:
Beim Champions League Heimspiel der Frankfurter Eintracht gegen Bergamo hast du dir selbst vor Ort ein Bild gemacht. Deine Einschätzung?
Beimel:
Die drei Gegentore der Eintracht innerhalb von nur sechs Minuten – und wenige Minuten reichen in der Champions League manchmal aus, um da auch mal zuhause unterzugehen. Das hat schon so von der Energie und dem Einsatz her einfach nicht gereicht. Und durch diese dritte Niederlage im Wettbewerb muss die Eintracht jetzt um ihren Play-off-Platz bangen. Vor dem Bundesliga-Heimspiel am Sonntag gegen Wolfsburg, will sich Eintracht-Coach Dino Toppmöller seine Mannschaft deshalb nochmal zur Brust nehmen.
Dino Toppmöller, Trainer Eintracht Frankfurt:
„Ja, natürlich müssen wir da ein paar Gespräche dann auch führen, ein paar Einzelgespräche nochmal, dann auch die Gruppe zu nehmen. Weil am Ende ist die Bundesliga einfach unser wichtigster Wettbewerb. Und da haben wir ein wichtiges Spiel vor der Brust am Sonntag hier zu Hause, das wir unbedingt gewinnen wollen. Und die beste Medizin ist immer, direkt eine gute Antwort zu geben.“
Beimel:
Ihn hier werden sie schmerzlich vermissen – Mittelstürmer Johnny Burkardt. Der hat sich gegen Bergamo an der Wade verletzt und fehlt der SGE „bis auf Weiteres“. Ihn zu ersetzen, keine leichte Aufgabe.
Appelmann:
Kommen wir jetzt zu Liga 2. Wie siehst du Chancen beim Auswärtsspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Braunschweig?
Beimel:
Der FCK konnte seine kleine Negativserie von drei Spielen ohne Sieg am letzten Wochenende ja beenden und ist auch jetzt gegen den Tabellenvorletzten Braunschweig klarer Favorit. Und zudem ist das ja für FCK-Coach Torsten Lieberknecht – eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.
Torsten Lieberknecht, Trainer 1. FC Kaiserslautern
„Es ist schon immer eine schöne Heimkehr. Rückkehr. Da freut man sich drauf. Das war eine sehr emotionale Zeit, die wir dort hatten. 15 Jahre insgesamt. 10 Jahre als Trainer. Das hat mich geprägt. Ich durfte denn Verein eben halt auch mitprägen und deswegen ist es immer was Besonderes dort zurückzukehren. Und trotzdem weiß ich auch, müssen wir einen Job erledigen, muss ich einen Job erledigen.“
Beimel:
Und erledigen sie gegen Braunschweig den Job, in Form von drei Punkten, dann freut sich auch er hier – Thomas Hengen – Geschäftsführer des FCK. Dessen Vertrag ja unter der Woche verlängert wurde.
Appelmann:
Darmstadt 98 reist am Sonntag zur SV Elversberg. Das wird ein richtiges Spitzenspiel, oder?
Beimel:
Auf jeden Fall, der Drittplatzierte Elversberg gegen den Viertplatzierten Darmstadt 98. Die Lilien zuletzt besonders offensiv sehr überzeugend. 13 Buden in den letzten vier Pflichtspielen. Und deshalb freut sich Trainer Florian Kohfeldt auch auf die kommenden Spiele-
Florian Kohfeldt, Trainer SV Darmstadt 98:
„Wir wissen, was für richtige Bretter auf uns warten jetzt. Aber wir wissen auch, dass wir die letzten Wochen sehr konstant, über Monate auch gezeigt haben, wir sind auch ein sehr schwer zu schlagender Gegner. Und sehr unangenehm zu bespielen. Und dementsprechend ist es dieses Prickeln. Du willst jetzt diesen Wettkampf. Du willst jetzt zeigen: Okay, jetzt geht es gegen die absolute Spitze. Und da wollen wir zeigen, dass wir auch mithalten können.“
Beimel:
Florian Kohfeldt, mittlerweile rund ein Jahr und drei Monate in Darmstadt, so richtig angekommen. Er bleibt auch nach Siegen immer sehr reflektiert und lässt gleichzeitig auch immer ein Stück weit die Euphorie zu.
Appelmann:
Wir sind gespannt, ob Darmstadt oben dran bleibt. Julian, dir jetzt vielen Dank für deinen sportlichen Ausblick aufs Wochenende.
Beimel:
Gerne.