Bedrohungslagen schneller erkennen – Neues System bei der rheinland-pfälzischen Polizei
Trier, Magdeburg, Solingen, Aschaffenburg – nach jeder Amoktat oder terroristischem Angriff steht eine große Frage im Raum: Hätte die Tat verhindert werden können? Der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling hat heute ein neues Programm vorgestellt, damit die Polizei die Gefahr von schweren Gewalttaten früher erkennen kann.
Erster Dezember 2020. Ein Mann lenkt mit voller Absicht seinen Geländewagen in die Trierer Fußgängerzone, tötet sechs Menschen, verletzt viele weitere schwer. Gab es zuvor Anzeichen, die übersehen wurden? Ein neues Bedrohungsmanagement bei der Polizei mit dem Namen „Sensor.rlp“ soll dafür sorgen, potenzielle Täter früher zu erkennen.
Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP
„Diese Menschen haben eine Vorgeschichte, es gab irgendwann auch mal einen Hinweis, ein Warnsignal, Äußerungen, Zielabsichten und die werden irgendwo in einem sozialen Umfeld geäußert und wir wollen die Polizei befähigen, es früher zu erkennen und umgekehrt wollen wir die Polizei befähigen, dass sie wahrgenommen wird als Partner, dass wenn mit solche Äußerungen begegnen, ich mich auch an die Polizei wenden kann.“
Ein ganzheitlicher Ansatz. Ziel von „Sensor“ ist ein intensiverer Austausch der Polizei mit kommunalen Behörden oder Schulen. Sie sollen Auffälligkeiten melden. Und auch die Polizeibeamten selbst sollen ermutigt werden, ein schlechtes Bauchgefühl ernst zu nehmen. Zum Beispiel, wenn sich eine Person bei Kontrollen seltsam verhält.
Frank Heinen, Leiter Arbeitsgruppe Sensor
„Vor Ort trifft man den Betroffenen an, der dann das Ganze aber noch garniert mit diversen Drohungen, mit Ankündigungen oder dergleichen, ‚ihr werdet noch sehen was ihr davon habt und überhaupt, ich bin mittlerweile zu allem bereit.‘ Das sind alles zunächst keine Straftaten, das sind aber durchaus Hinweise, dass da jemand vielleicht darüber nachdenkt, eine Tat zu realisieren.“


