Schulprojekt „Verantwortung stoppt Vollgas“ soll vor Gefahren durch zu schnelles Fahren warnen
Rasen ist und bleibt eine der Hauptursachen für Unfälle. In Rheinland-Pfalz gab es im vergangenen Jahr mehr als 2.600 Unfälle, bei denen Menschen wegen überhöhter Geschwindigkeit zu Schaden gekommen sind – das sind mehr als in den Vorjahren. Ein Problem, das nun mit einem neuen Schulprojekt angegangen werden soll.
Dieser Unfall in der Pfalz im vergangenen August endet für den Fahrer tödlich. Ausgelöst vermutlich durch überhöhte Geschwindigkeit.
Mit 130 km/h rast ein damals 24-Jähriger vor drei Jahren durch Wiesbaden und verursacht einen tödlichen Unfall. Das Gericht verurteilt den Mann später wegen Mordes zu lebenslanger Haft.
Die Zahl der lebensgefährlichen illegalen Autorennen steigt seit Jahren, am Steuer vor allem junge Männer. Die erkennen selbst ein großes Raser-Problem in ihrer Altersgruppe.
Lars Krause
„Na ja, ich würde schon sehr groß sagen auf jeden Fall weil ich kann es verstehen schon weil es gibt einfach ein sehr tolles Gefühl von Freiheit von Emotionen.“„Weil man will halt auch cool sein – in Anführungszeichen.“
Das Schulprojekt „Verantwortung stoppt Vollgas“ soll in Rheinland-Pfalz Fahranfängern künftig ein Stoppschild gegen Raserei setzen.
Dirk Munthin, Verkehrserzieher
„Heutzutage haben Jugendliche kein Problem für wenig Geld an ein Fahrzeug zu kommen, das sehr stark motorisiert ist. Wenn sich das dann noch mischt mit einer bestimmten Lebensalterssituation, Frustration, Freundschaften und so weiter, der Freundin, die neben dran sitzt, dann ist man dann häufig schon in einer Situation in der man für sich und andere, gegebenenfalls eine Gefahr repräsentiert.“
Um die möglichen Folgen zu verstehen, setzen sich die Schüler mit Unfallbildern und den Strafen für Raser auseinander. Das Programm wird vom CDU-geführten Innenministerium in Nordrhein-Westfalen seit drei Jahren an Schulen eingesetzt. An den zunehmenden Raserfahrten hat das aber bisher nichts geändert.
Sven Teuber (SPD), Bildungsminister Rheinland-Pfalz
„Wir fangen natürlich jetzt erst hier mit diesem neuen Projekt ja an, also d.h. wir reagieren durchaus auch auf Befunde. Es sind wieder mehr illegale Autorennen zu verzeichnen. Und deswegen wollen wir dem präventiv begegnen und das zeigt schon Wirkung aber das ist noch nicht genug.“
An der Integrierten Gesamtschule in Speyer arbeiten die Schüler zum Startschuss in Gruppen den Fall eines illegalen Autorennens auf. Im Mittelpunkt steht dabei die Schuldfrage.
Robin Schneller
„Wenn man sich ein bisschen mehr darüber beschäftigt, welche Folgen es haben kann und sich darüber klar wird, ich meine, mit der Führerscheinprüfung tun wir auch eine Reife ablegen sozusagen. Man wird ja von Menschen geprüft, also ich denke schon, dass es was hilft.“Max Claus
„Wer nicht hören will, der wird auch nicht hören. Das ist ja das Problem. Da kann man dann machen so viel wie man will, das wird nichts ändern.“Lars Krause
„Das einzige, was da helfen kann, ist entweder das eigene Gewissen oder halt dann der Beifahrer oder was auch immer. Weil wenn man in dem Auto sitzt, vielleicht auch ein Auto was man vorher noch nie gefahren ist, mit viel PS. Dass da einfach die Emotionen zu groß sind, um dran zu denken, was passieren könnte.“


