Jetzt steht da eine Schranke – Schule in Frankfurt sperrt Elterntaxis aus
Das morgendliche Chaos vor vielen Schulen ist immer wieder in der Diskussion: Die sogenannten Elterntaxis – also Mütter und Väter, die ihre Kinder am liebsten bis direkt vor den Schuleingang fahren. Dem schiebt die Stadt Frankfurt jetzt einen Riegel vor und sperrt die Zufahrten zu mehreren Schulen. So soll der Schulweg sicherer und die Kinder selbständiger werden.
Heute Morgen um halb acht geht kurz vor der Berthold-Otto-Schule die Schranke runter. Elterntaxis müssen nun davor ihre Jüngsten absetzen, den restlichen Schulweg sollen die Kinder selbst zurücklegen. Vor dem Schultor war es immer wieder zu brenzligen Situationen gekommen. Direkt an der Schule nebenan, nur eine Straße weiter: Auch an der Georg-August-Zinn-Schule müssen Elterntaxis draußen bleiben.
Yeliz Akbulut, Mutter
„Wir haben reihenweise Autos, die durchgefahren sind. Auch mit einem großen Tempo, sage ich mal. Nicht unbedingt Schrittgeschwindigkeit. Und für so kleine Kinder, die eigentlich zwischen den Autos kaum erkennbar sind, ist das immer etwas schwierig gewesen.“Ahmed Zamraoui, Vater
„Einerseits gut, andererseits nicht gut. Warum gibt’s keinen Parkplatz für uns? Aber es war manchmal auch schlimm für die Kinder, zu Fuß und dann passiert ein Unfall.“
Jetzt dürfen morgens nur noch Lehrer und die Müllabfuhr passieren. Für die Mamas und Papas wurde eine Elternhaltestelle nebenan eingerichtet, aber die ist heute Morgen zugeparkt. Abseits kleiner Anlaufschwierigkeiten hofft Schulleiter Dennis Kroeschell, dass künftig mehr Eltern ganz aufs Taxispielen verzichten.
Dennis Kroeschell, Schulleiter Georg-August-Zinn-Schule
„Wir haben auch in der Vergangenheit häufig Eltern angesprochen, die ihr Kind bis auf unseren Parkplatz gebracht haben. Gesagt: Das muss nicht unbedingt sein. Und meistens hatten sie auch da schon das Einsehen. Dass es für die Kinder ein Erfolg ist, selber zur Schule zu gehen.“
Knapp ein Fünftel der Frankfurter Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Dieses Jahr gab es in Hessen auf dem Weg zu Kitas, Schulen und Unis insgesamt 4.700 Verletzte. Sechs Frankfurter Schulen testen nun eine Schranke, die Stadt kostet das Projekt 100.000 Euro. Sie hofft auf ein Umdenken.
Dorothee Allekotte, Abteilungsleiterin Straßenverkehrsamt
„Am besten sind immer die Kinder auf der Rückbank, die den Eltern sagen: Nee, lass mich doch laufen, wir machen hier nur mehr Probleme. Darauf haben wir uns eingerichtet, die Schulen bekommen Informationsmaterial, das sie in den Unterricht einbauen können, sodass man noch mehr versucht, an die Eltern zu appellieren: Ihr müsst die Kinder gar nicht bringen.“


