Neuer Konsumraum für Frankfurter Drogenhilfe

Drogen – gefährlich und weit verbreitet. Vor allem Crack ist weiter auf dem Vormarsch und hat Heroin längst überholt. Und immer wieder fragen sich Politik und Gesellschaft: WIE mit den Drogen-Kranken auf der Straße umgehen? In Frankfurt ist nun Deutschlands größter Konsumraum entstanden – doch der sogenannte ‚Frankfurter Weg‘ sorgt auch weiterhin für Diskussionen.

Die Droge Crack dominiert längst im Frankfurter Bahnhofsviertel. Um die offene Szene von der Straße zu holen, wurde die Drogenhilfe in der Niddastraße nun renoviert: 16 sogenannte Rauchplätze stehen künftig in einem neuen Raum zur Verfügung, viermal mehr Plätze als zuvor. Extra Abluft inklusive. Hier sollen die Drogenkranken unter sicheren und hygienischen Bedingungen konsumieren können.
Elke Voitl (Bündnis 90 / Die Grünen), Gesundheitsdezernentin Frankfurt
„Sehr viel mehr Menschen, die im Moment draußen auf der Straße Crack rauchen, das in Zukunft hier drin tun werden. Insofern ist das besser für die Drogen konsumierenden Menschen und es ist besser hier fürs Umfeld, weil der öffentliche Raum entlastet wird.“
Es ist nun der größte der vier Konsumräume, die sich bundesweit so nur in Frankfurt finden.  Schon vor der Renovierung gab es hier 90.000 Konsumvorgänge im Jahr.
In einem weiteren Raum sollen bald Tagesruhebetten stehen. 200.000 Euro hat die Stadt beigesteuert, hinzu kommen Spenden. Der neue Crack-Raum wurde absichtlich von den zwölf Plätzen für Heroinkonsum getrennt.
Gabi Becker, Integrative Drogenhilfe Frankfurt
„Heroinkonsumierende brauchen Ruhe und Zeit für ihren Konsum, die sind zum Teil bis zu einer Dreiviertelstunde bei uns im intravenösen Konsumraum. Und Crackkonsumierende sind eher im schnellen Konsum unterwegs und haben auch einen höheren Bedarf an Kommunikation mit anderen.“
Als nächstes soll in der Nähe ein spezielles Crackhilfezentrum entstehen, doch das sorgt für Diskussionen. Die Frankfurter FDP ist dagegen und aus Protest aus der Römerkoalition ausgetreten. Die Liberalen fordern, das Hilfsangebot auf die bestehende Einrichtung in der Niddastraße zu begrenzen.Die Integrative Drogenhilfe weist hingegen auf die Wichtigkeit aller Einrichtungen hin.
Gabi Becker, Integrative Drogenhilfe Frankfurt
„Wir haben im Jahr bis zu 100 Drogennotfälle, die hier gut gehandelt werden. Es ist in unseren Räumlichkeiten noch nie jemand gestorben. Wir hatten aber schon viele Überdosierungen, die wir handeln mussten.“
Kommendes Jahr soll auch das Eastside, das Drogenabhängigen dauerhafte Schlafmöglichkeiten bietet, mit weiteren Crack-Rauchplätzen ausgestattet werden. Bis dahin können in den neuen Räumen in der Niddastraße weitere Erfahrungen in der Drogenhilfe gesammelt werden.