Familie findet Leiche beim Entrümpeln
Beim Ausräumen einer Garage findet Familie Gröling aus Kassel eine Leiche. Zunächst war nicht klar, was passiert ist, doch nun steht fest: Die Person wurde ermordet. Die Staatsanwaltschaft bittet deshalb um Hinweise. Zunächst aber der Ablauf der Entdeckung.
Die Freude bei Michelle Gröling ist groß als sie ihre neu gemietete Garage in Kassel betritt.
„Schön. Schön. Meine erste eigene Garage.“
Allerdings währt diese Freude nur kurz.
Michelle Gröling, Pächterin der Garage
„Mich trifft sofort der Schlag, weil mir ein Geruch in die Nase gekommen ist, wo ich mir dachte irgendwas ist hier gewesen, passiert. Es roch einfach nur widerlich.“
Ihr Auto lässt Michelle deshalb zunächst draußen stehen. Wochen später entrümpelt ihre Mutter Nicole die Garage am Franzgraben.
Nicole Gröling, Mutter von Michelle
„Ja, hier waren halt Säcke, ein Heizlüfter und halt dieser große Schrank. Das war halt so ein Besenschrank, so weiß ich nicht, halt so vier bis fünf Meter. Dann habe ich dann irgendwie Tage, dann den Schrank, dann rausgeholt, weil ich ja wollte, dass sie die Garage dann halt nimmt für ihr Auto. Ja, hab den Schrank dann rausgetragen und dann irgendwann, wie gesagt, war es ja regnerisch. Dann ist die Rückenwand von dem Schrank auseinandergebrochen und es hat der Kopp da rausgekullert.“
Zum Vorschein kommt eine verweste männliche Leiche. Ein Schock.
Nicole Gröling, fand die Leiche
„Das war grausam. Das so zu erleben. Man sieht es eigentlich nur im Fernsehen. Aber das vor der eigenen Haustür zu haben ist einfach nur schrecklich.“
Der grausame Fund ist nun ein Jahr her. Jetzt haben Polizei und Staatsanwaltschaft den Toten identifiziert. Es ist der damals 57-jährige Jürgen H. aus Kassel.
Andreas Thöne, Staatsanwaltschaft Kassel
„Der Getötete wurde zuletzt am 25. Mai 2020 gesehen, und zwar im Bereich einer Kleingartenanlage, in der Südstadt in Kassel.“
Vier Jahre lang könnte die Leiche also in der Garage gelegen haben. Jürgen H. war Zollbeamter, hatte keine Kinder und lebte allein in einer Wohnung in der Franz-Hals-Straße – drei Kilometer vom Leichenfundort entfernt. Sein ehemaliger Nachbar erzählt, dass Jürgen H. hochverschuldet gewesen sein soll.
Peter Mujakovic, Nachbar von Jürgen H.
„Der hatte ab und zu mal Ausraster und und und. Und Alkoholproblem war es bei ihm auch. Und dann der hatte immer so wahrscheinlich auch komplizierte Freunde gehabt. Da war auch zum Schluss so bisschen Schlägerei, Klopperei in der Wohnung. Die ganze Nachbarschaft hat diesen ganzen Krach gehört – nachts um eins oder zwei, da ging es richtig los. Wenn die von Schrebergarten kamen, dann ist eskaliert.“
Die Polizei erhofft sich durch die Öffentlichkeitsfahndung Hinweise darauf, wer Jürgen H. getötet hat. Hoffnung machen der Staatsanwaltschaft Spuren auf dem Besenschrank.
Andreas Thöne, Staatsanwaltschaft Kassel
„Für die Ermittler besonders interessant sind Klebeband-Reste, die an dem Schrank aufgefunden worden, wo der Leichnam sich befunden hat und an diesen Klebeband-Resten konnten die Ermittlungsbehörden DNA-Spuren von mehreren Personen feststellen.“


