Das China-Hotel in Niederrad – die ewige Baustelle

Im Frankfurter Stadtteil Niederrad sorgt ein chinesisches Luxus-Hotel für Ärger, denn es wird einfach nicht fertig. Seit mittlerweile 17 Jahren ist das Areal an der ehemaligen Pferderennbahn eine Dauerbaustelle. Wobei – wirklich gebaut wird hier schon länger nicht mehr. Sehr zum Unmut einiger Bürger, die die Stadt in der Verantwortung sehen.

Ein chinesischer Luxustempel dümpelt vor sich hin, mitten im Frankfurter Stadtteil Niederrad. 2008 wird der Grundstein gelegt, fünf Jahre später steht der Rohbau. Danach geht es nur noch schleppend voran. Seit der Corona-Pandemie scheint hier alles stillzustehen. Lose Kabel, lagernde Baumaterialien und Zäune, soweit das Auge reicht. Fertigstellung – nicht in Sicht. Für einige Frankfurter ein unhaltbarer Zustand.
Stephan Hannappel
„Verkehrssicherung ist schon gefährdet. Einstürzende Bauten, der Bauzaun ruinös, ja. Ist eine Schande für die Stadt Frankfurt, das hab ich schon mal skandiert. Und es ist einfach ein Slum geworden hier. Das ist nicht mehr schön.“
Agnetha Sammet
„Dass das hier mal, dieser Schandfleck, mal wegkommt. Ja, dass das mal anders wird.“
Carmen Hannappel
„Aber was macht die Stadt hier? Nichts. Und wir haben massive Probleme, die ganzen Flüchtlinge auch unterzubringen, ja.“
Leerstand in Zeiten fehlender Wohnungen, das kann hier niemand nachvollziehen. Zu Baubeginn existiert hier noch eine Pferderennbahn, sie soll chinesische Touristen und Geschäftsleute anziehen. Doch 2015 findet das letzte Rennen statt. Mittlerweile hat der Deutsche Fußball-Bund hier seine Zentrale. Und das Hotel? Der Bauherrin, der Huarong Deutschland GmbH, soll Berichten zufolge das Geld ausgegangen sein. Von einem fehlenden einstelligen Millionenbetrag ist die Rede.
Martin-Benedikt Schäfer (CDU), Stadtverordneter und Mitglied Ortsbeirat 5 Frankfurt
„Entscheidend ist, glaube ich, dass endlich was passiert. Und dass die Stadtregierung hier endlich ins Handeln kommt. Wir kriegen als Ortsbeirat regelmäßig Stellungnahmen zu diesem Thema. Die sind aber nicht befriedigend. Wir werden regelmäßig vertröstet. Aber ich glaube, das kann nicht der Endzustand sein.“
Unklar ist, ob die Grundschuld in Millionenhöhe inzwischen beglichen ist. Dann könnte die Stadt Frankfurt ihr verpachtetes Areal leichter zurückfordern – wenn sie denn wollte. Dazu heißt es:
Stadt Frankfurt
„Wir können bislang nicht bestätigen, dass die Grundschuld getilgt wurde. Der Sachverhalt wird momentan überprüft – und auf dieser Grundlage wird ggf. über weitere Schritte beraten.“
Weitere Auskünfte werden uns nicht erteilt. Wie es also weitergeht mit einer der ältesten Baustellen Frankfurts ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig unklar.