Frankfurt stellt Jugend-Drogenstudie vor

Seit über 20 Jahren werden in Frankfurt jährlich hunderte Schüler nach ihrem Drogenkonsum befragt. Daraus erstellt die Frankfurter Universität in Zusammenarbeit mit dem Institut für Suchtforschung die Monitoring-System Drogentrends. So will man herausfinden wie man Jugendliche noch besser vor Drogen schützen kann.

Seit der Teillegalisierung von Cannabis vor eineinhalb Jahren, gehören Menschen mit Joints im öffentlichen Raum zum Alltag. Trotzdem haben immer weniger Frankfurter zwischen 15 und 18 Jahren Interesse am Kiffen. Das geht aus der neuen Studie zu den Drogentrends 2024 hervor. Und das gilt nicht nur für Cannabis. Die Ergebnisse der Studie sind laut dem Frankfurter Gesundheitsdezernat durchweg positiv.
Elke Voitl (Bündnis 90 / Die Grünen), Gesundheitsdezernentin Frankfurt
„Wir sehen einen deutlichen Trend und zwar bei jeder Art von Drogen, dass Jugendliche weniger konsumieren. Das hat sicher damit zu tun, dass die Jugendlichen ein höheres Gesundheitsbewusstsein haben und aber auch, dass wir hier in Frankfurt sehr viel präventive Angebote bieten, also präventiv Arbeiten mit den Jugendlichen.“
Nur noch 22 Prozent der Frankfurter Jugendlichen geben an, in ihrem Leben einmal Cannabis konsumiert zu haben. Vier Prozent weniger als im Vorjahr. Und auch der Konsum von Zigaretten, Vapes und Lachgas geht immer weiter zurück. Alkohol und chemische Drogen sind bei Jugendlichen hingegen genauso gefragt wie im Vorjahr. Sieben Prozent der Jugendlichen geben zu, schon einmal illegale Substanzen wie Ecstasy, Kokain oder LSD genommen zu haben. Alkohol haben schon 64 Prozent der Befragten getrunken. Aus den Ergebnissen der Studie kann man auch Rückschlüsse auf den Bundestrend ziehen.
Bernd Werse, Institut für Suchtforschung
„Ungefähr zur selben Zeit gab es Erhebungen in Hamburg und auch in Bremen von Kollegen die das dort durchgeführt haben und die sehr ähnliche Entwicklungen wie wir mitbekommen haben. Und das war in der Vergangenheit eigentlich auch schon immer so, dass zumindest in anderen Großstädten sich die Trends in sehr ähnlicher Form abspielen. Also in Hamburg kann man das fast übereinander legen.“
Die Ergebnisse helfen der Frankfurter Drogenhilfe dabei, noch bessere präventive Maßnahmen anzubieten.
Elke Voitl (Bündnis 90 / Die Grünen), Gesundheitsdezernentin Frankfurt
„Wir wissen ganz sofort und frisch was finden die Jugendlichen gerade gut, was konsumieren die, was ist gerade in und was wieder out. Das heißt wir können unsere Beratungsteams sofort darauf vorbereiten: Was wird konsumiert, was müsst ihr ansprechen, zu welchen Drogen müsst ihr in Kontakt kommen mit den Jugendlichen.“
Der Drogenkonsum sinkt übrigens nicht nur bei Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren. Auch Erwachsene greifen immer seltener zur Zigarette und zu Alkohol.