Neuer Trend: Lese-Feten in Mainz

Lesen – ein schon ewig altes Hobby, das gerade wieder total im Trend ist. Auf Instagram und TikTok erreichen sogenannte Bookfluencer tausende Menschen, sprechen Buch-Empfehlungen aus oder diskutieren Geschichten. Doch nicht nur in der digitalen Welt ist das Thema, sondern auch am bundesweiten Vorlesetag. Heißt: An Schulen, Theatern, in Bibliotheken wird Kindern vorgelesen, um bei denen die Lust an Büchern zu wecken. Wir waren bei der Lese-Fete gestern Abend in Mainz dabei.

 

So leise war es im vollen Café noch selten. Denn die Gäste sind heute versunken in die besondere Verbindung von vier Schwestern. Oder das Leben von zwölf schwarzen Frauen in Großbritannien. LeseFete – Party mal ganz leise.
Jasmina Lemes Galera, Veranstalterin LeseFete: „Ich gehe auch gerne mit einem Buch in ein Café und trinke dann meinen Cappuccino dazu. Aber ich finde es dann immer zu laut. Und dann sitzen Leute neben mir, die quatschen. Und dann kann man sich ja meistens nicht so gut konzentrieren. Und hier haben wir ja eben diese Zeit, wo wir eine Stunde zusammen lesen und danach eine Stunde Zeit zum Quatschen ist.“ 
Zeit, um sich über Bücher oder Lesegewohnheiten auszutauschen. Und um neue Leute kennen zu lernen.
Louisa Wind: „Ich glaube, dass es Menschen zusammenbringt, die schon einmal ein ähnliches Interesse haben. Und aber trotzdem das zu teilen. Weil lesen ist ja eigentlich ein sehr eigenständiges Hobby, das kann man ja auch easy alleine machen.“ 
Aileen Kreh: „Ich fand’s auch richtig schön mit der Musik so ganz entspannt zu lesen. Und es war tatsächlich für mein Buch auch sehr atmosphärisch. Ich finde es auf jeden Fall richtig cool.“ 
Eva Bindewald: „Ich habe einen drei Monate alten Sohn. Und deswegen habe ich mal die Gelegenheit genutzt, dass ich einerseits mal in Ruhe lesen kann. Und dann auch mal wieder unter Menschen komme, die ein paar mehr Worte sagen als nur Huuuu.“ 
Rund 35 Teilnehmerinnen sind an diesem Abend in der Mainzer Innenstadt dabei. Das Konzept kommt ursprünglich aus New York und heißt Reading Rhytms. Hunderte Menschen nehmen dort teil, die Abende sind meist Wochen im Voraus ausverkauft. Für Jasmina Lemes Galera ist so ein Event auch gleich Ansporn.
Jasmina Lemes Galera, Veranstalterin LeseFete: „So muss man sich ja die Zeit nehmen. Weil wenn alle lesen, kann man ja nicht aufhören und ans Handy gehen. Oder nach einer halben Stunde geht man dann ja nicht weg. Sondern man liest dann wirklich eine Stunde, wenn man es sich vielleicht zum Ziel gesetzt hat, einfach mal mehr zu lesen.“ 
Gelesen wird hier jedes Genre. Und ohne neue Buchempfehlung geht am Ende niemand nach Hause.
Nora Schneider: „Ich würde Ein wenig Leben verschenken. Das hat super viele Messages. Man geht so mit dem Leben mit von Jude.“ 
Eva Bindewald: „Der Nachtzirkus. Also das habe ich letztes Jahr gelesen und das hat mir super gefallen.“ 
Pauline Bernard: „The invisible life of Addie LaRue von V.E. Schwab. Das ist mittlerweile eines meiner Lieblingsbücher, was ich erst vor Kurzem gelesen habe. Aber das ist definitiv etwas, was ich immer weiterempfehle.“ 
Louisa Wind: „Heart Talk von Cleo Wade. Und es sind Gedichte, die sie geschrieben hat. Und die sind super super schön.“ 
Lesen, schmökern, quatschen – immer einmal im Monat findet die Lese-Fete in Mainz statt.