Diskussion um zweigleisigen Ausbau der Eifelbahn

Die Eifel-Bahnstrecke ist ein Großbauprojekt im wahrsten Sinne des Wortes. Sie verläuft überwiegend durch Rheinland-Pfalz – beginnt in Trier und endet bei Köln. Bei der Flutkatastrophe 2021 nimmt sie schweren Schaden. Bund und Land einigen sich, die Strecke beim Wiederaufbau direkt zu modernisieren. Und wir wollten wissen: Wie sieht es da gerade aus? Hier ist der Stand der Dinge.

Sommer 2021: Die Flüsse Ahr und Kyll reißen alles mit sich. Abschnitte der Eifelstrecke werden schwer beschädigt und müssen repariert werden. Der Neuverlegung der Gleise ist mittlerweile abgeschlossen. Zukünftig sollen die Züge dort aber elektrisch fahren. Dafür müssen entsprechende Stellwerke gebaut und Oberleitungsmasten gesetzt werden. An vielen Streckenabschnitten laufen diese Arbeiten noch auf Hochtouren – auch in Bitburg-Erdorf.  Ortsvorsteher Werner Becker begrüßt die Elektrifizierungsarbeiten. Allerding …
Werner Becker (CDU), Ortsvorsteher Bitburg-Erdorf
„… die Belastung für die Anwohner hier in Erdorf war schon enorm. Sie müssen sich vorstellen, dass sie jetzt seit über vier Jahren hier permanenten Baustellenverkehr haben Es wurden Kabelschächte hier entlang der Eifelstrecke gelegt, neue Kabelschächte gelegt. Es wurden hier Mastgründungen vorgenommen, für später die Oberleitungsmasten aufzubauen. Unter die Mastgründungen wurden meterlange Stahlträger in den Boden gerammt.“
Die rheinland-pfälzische Mobilitätsministerin Katrin Eder hat schon weitere Pläne: Sie will die Eifelstrecke zweigleisig ausbauen. Das würde vor allem dem Güterverkehr zu Gute kommen. Dabei müsse allerdings der Bund den Großteil der Kosten tragen.
Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen), Mobilitätsministerin RLP
„Wir sind als Land Rheinland-Pfalz immer bereit, auch Projekte mitzufinanzieren. Aber ganz alleine können wir so ein Projekt nicht stemmen. Deswegen ist es ganz wichtig, dass man sich hier zusammensetzt und schaut, wie man so ein Projekt ermöglichen kann.“
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder steht dem Vorschlag grundsätzlich positiv gegenüber, eine Lösung könne aber nur in gemeinsamen Gesprächen gefunden werden.
Patrick Schnieder (CDU), Bundesverkehrsminister
„Ein alleiniges ‚Fingerpointing‘ reicht da nicht aus, sondern wir müssen uns zusammensetzen. Ich habe die Staatssekretäre meines Hauses gebeten, und das hat auch eine positive Resonanz gefunden, dass wir mit dem Land Rheinland-Pfalz zusammen überlegen: Wie können wir das umsetzen. Aber da muss das Land auch bereit sein, diesen Schritt zu gehen.“
Es ist also durchaus möglich, dass nach Abschluss der Arbeiten an der Eifelstrecke in ein paar Jahren erneut die Bagger anrollen.