Spionageprozess in Koblenz
Nicht nur auf der Herbsttagung des BKA war Spionage heute Thema, sondern auch vor dem Oberlandesgericht in Koblenz. Es klingt wie aus einem Agentenfilm: Ein US-Amerikaner soll China sensible Militärdaten angeboten haben. Es geht um hochbrisante Geheiminformationen.
Der Vorwurf der Generalbundesanwaltschaft wiegt schwer: Der US-Amerikaner Martin D. soll sich in einem besonders schweren Fall zur geheimdienstlichen Agententätigkeit bereit erklärt haben. Die Informationen sollen so geheim sein, dass sie Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik Deutschland gefährden.
Dr. Adrian Jung, Generalbundesanwalt
„Der Angeklagte arbeitete in verantwortlicher Stellung in einem US-amerikanischen Militärstützpunkt in Deutschland. Im Sommer 2024 kontaktierte er mehrfach staatliche, chinesische Stellen und bot die Übermittlung von sensiblen Informationen des US-amerikanischen Militärs zur Weiterleitung an einen chinesischen Geheimdienst an.“
Der Angeklagte soll zwischen 2017 und 2023 für einen zivilen Vertragspartner des US-Verteidigungsministeriums gearbeitet haben. 2020 soll er dann auf einem US-amerikanischen Militärstützpunkt in Deutschland tätig gewesen sein.
Vor einem Jahr nimmt ihn die Polizei fest. Seitdem befindet sich der 39-Jährige in Untersuchungshaft.
Marcel Gassan, Reporter in Koblenz
„Um welche Informationen es sich genau handeln soll, wissen wir nicht. Sie sind streng geheim. Alleine die Veröffentlichung der sensiblen Informationen könnte – laut Gericht – zu einer Gefährdung der Staatssicherheit führen und die Beziehung zu NATO-Bündnispartnern gefährden. Das Gerichtsverfahren ist hochbrisant.“


