A 1-Lücke kann geschlossen werden

Der Lückenschluss der Autobahn A1 im Norden von Rheinland-Pfalz kommt! Das Bundes-Verwaltungsgericht hat eine Klage des BUND. abgewiesen. Damit ist der Weg frei für den Bau der fehlenden 10 Kilometer zwischen den Eifelorten Dreis-Brück und Adenau.

LKW schieben sich durch enge Dorfstraßen. Hier in der Vulkaneifel seit Jahrzehnten ein gewohntes Bild. Die Fahrer der Spedition Ludwig in Dreis-Brück kostet das viel Zeit und Nerven, den Eigentümer letztlich Geld.
Hans Ludwig ist deshalb froh über die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts.
Hans Ludwig, Spediteur in Dreis-Brück
„Der Zustand, den wir hier zur Zeit haben, ist nicht tragbar. Weder für die Anwohner noch für unsere Fahrer. Also wir sind jetzt froh, dass der Einspruch vom BUND abgelehnt worden ist und jetzt der Weiterbau der A1 tatsächlich eingegangen werden kann.“
Auch im Ort ist die Erleichterung zu spüren.
Edith Löhr-Hoffmann, (parteilos), Ortsbürgermeisterin Dreis-Brück
„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin so froh, dass man für uns hier vor Ort in unserer Gemeinde, in unserer Heimat entschieden hat.“
Nicole Heinres, Anwohnerin in Dreis-Brück
„Zwei Meter von der Straße ist unsere Haustüre und das ist immer so ein Lärm, so laut und jetzt kann ich mich einfach mal darauf freuen, dass wir unser Alter da in Ruhe genießen können und nicht mit dem ganzen Krach des Verkehrs.“
Die zehn Kilometer lange Lücke auf der Autobahn 1 zu schließen habe „vordringlichem Bedarf“, da es sich um ein „wichtiges europäisches Infrastrukturprojekt“ handele, urteilt das Bundesverwaltungsgericht gestern. Enttäuschend für den BUND, der den Ausbau mit seiner Klage verhindern wollte.
Sabine Yacoub, Vorsitzende BUND RLP
„Wir haben dann eine Eifellandschaft, die wirklich durch diese Autobahn zerschnitten wird, wo eben viel Fläche verloren geht. Es sind wertvolle, europäische Schutzgebiete betroffen, ein Vogelschutzgebiet, wo die Autobahn mitten durchgeht. Und das Problem ist, dass halt immer und überall solche Zerstörungen stattfinden und die Tiere ohnehin schon wahnsinnig in Bedrängnis sind. Deshalb ist jede Fläche, die verloren geht, wirklich dramatisch.“
Die Prozesskosten muss jetzt der BUND tragen. Eine sechsstellige Summe, die Sabine Yacoub lieber in Naturschutz investiert hätte. Und apropos Geld, rund 730 Millionen Euro  soll der Lückenschluss der A1 kosten, schätzt  das Bundesverkehrsministerium.
Die rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Daniela Schmitt fordert heute, dass das Geld jetzt auch zügig fließt.
Daniela Schmitt (FDP), Verkehrsministerin RLP
„Ich erwarte jetzt Klarheit in der Finanzierung. Es gab bedauerlicherweise Irritationen, dass die Finanzierung nicht gesichert sei. Das ist jetzt wichtig, dass hier Klarheit herrscht, dass begonnen werden kann. Wir stehen auch als Landesbetrieb Mobilität bereit und deswegen, dass es jetzt bald losgeht.“
Bis die Lücke tatsächlich geschlossen und die A1 damit zu einer der längsten Autobahnen Deutschlands wird, werden noch Jahre vergehen. Doch das Warten lohnt sich, sagen Anwohner, Autofahrer und Unternehmer. Denn erstmals seit vielen Jahrzehnten sehen sie Licht, oder besser  Asphalt am Horizont.