Künstliche Intelligenz im Schulunterricht

Künstliche Intelligenz – eine Technologie, die rasant wächst und deshalb schon länger aus vielen Lebensbereichen gar nicht mehr wegzudenken ist. Zum Beispiel auch aus dem Schul-Alltag. Doch welche Möglichkeiten bietet sie im Unterricht eigentlich? Und welche Risiken birgt sie? Wie funktioniert ein Algorithmus? Wie ein Chat-Bot? In Rheinland-Pfalz soll eine neue Weiterbildung für Lehrer jetzt Antworten geben.

Hier am AV-Medienzentrum in Neustadt an der Weinstraße dreht sich an diesem Tag vieles ums Prompten – also darum, einer KI durch klare Anweisungen eine Aufgabe zu stellen, um eine bestimmte Antwort oder ein Ergebnis zu erhalten. Zum Beispiel Ideen für ein Schreibtraining, Vorlagen für eine Präsentation, Hilfe bei der Erstellung eines Workshops oder eines digitalen Assistenten, der Schülern bei Fragen etwa zum richtigen Rechenweg Tipps gibt. Die Teilnehmer des zweitägigen Lehrgangs lernen Grundlagen, können ihr Wissen vertiefen – die meisten nutzen KI ohnehin schon länger.
Caroline Fuß, Lehrerin für Chemie und Gesundheit, Berufsbildende Schule Worms
„Für meine Unterrichtsvorbereitung, um eben Inhalte zu differenzieren, um mir auch neue Ideen zu holen, handlungsorientierte Situationen aufmachen, die Aufgabenstellung erweitern, im Prinzip auch spannender machen für Schülerinnen und Schüler.“
Andreas Schmitt, Lehrer für Sport, Physik und Informatik, Georg-Forster-Gesamtschule Wörrstadt
„Über Dreiviertel der Schüler nutzen schon KI für Hausaufgaben, Unterrichtsvorbereitung. Persönlich nutze ich’s auch regelmäßig, täglich bestimmt, für meine Vorbereitung, aber auch für meinen Arbeitsalltag. Und ich glaube, dass das nicht mehr wegzudenken ist im zukünftigen Berufsfeld.“
So können im Handumdrehen Lehrpläne, Unterrichtsstunden und Materialien wie Texte und Bilder erstellt und den Lernfortschritten der Schüler angepasst werden. Zwei Experten des Fraunhofer-Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme zeigen auf, wie Lehrer mithilfe von KI ihren Unterricht erweitern und sich das Leben leichter machen können.
Dr. Georg Fuchs, Geschäftsfeldleiter Big Data Analytics and Intelligence Fraunhofer IAIS
„Ich habe ein bestimmtes Thema, generiere mir doch bitte mal einen Lückentext, wo dann die Aufgabe für Schülerinnen und Schüler ist, vielleicht auch in den niedrigen Klassenstufen, welche Verben, welche Nomen setze ich in diese Lücken ein. Das heißt also, das pädagogische Konzept kommt nach wie vor von der Lehrkraft, die händische Umsetzung der Lehrmaterialien kann ich dann halt zu einem großen Teil automatisieren. Und das spart einfach Zeit.“
Auch Schüler wissen um die Vorteile von KI, erleichtert sie doch erheblich die Recherche oder schreibt gleich einen ganzen Aufsatz vor. Das wirft neue Fragen auf: Wo endet die Eigenleistung, wo beginnt das Plagiat? Wie steht es um den Wahrheitsgehalt einer Information?
Max Landefeld, Projektkoordinator „AI4Schools“ Fraunhofer IAIS
„KI ist ein Begriff, der eigentlich irreführend ist. Das sind statistische Algorithmen, die Worte prognostizieren, ohne den genauen Kontext immer zu verstehen. Und dass man das einmal vermittelt, um die Schülerinnen und Schüler dafür zu sensibilisieren: Okay, nehmt nicht das für voll, was dabei rauskommt.“
Inhalte kritisch hinterfragen, Quellen genau unter die Lupe nehmen. Auch das sollen die hier ausgebildeten Lehrer künftig weitergeben. Im Rahmen von „AI4Teachers“, einem Programm des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums und des Fraunhofer-Instituts, werden sie in den nächsten zwei Jahren rund 100 weitere Lehrer im Umgang mit KI schulen.