Zuchterfolg bei bedrohter Antilopen-Art

Im Frankfurter Zoo gibt es Nachwuchs bei den Gelbrückenduckern, einer Antilopenart aus Zentralafrika. In Zoos sind die Tiere sehr schwer zu züchten und deshalb eine Seltenheit. Umso schöner für den Zoo Frankfurt, dass der Nachwuchs nun gesund und munter auf der Welt ist.

Der kleine Nelson ist neugierig. Zwei Monate alt und überhaupt nicht schüchtern. Tierpfleger Andre verbringt täglich mehrere Stunden mit Nelson und seiner Mutter Dolly, um ihn an Menschen und Fremdes zu gewöhnen.
Andre Mascarinas, Tierpfleger Zoo Frankfurt
„So eine neugierige Antilope habe ich selten gesehen. Der Nelson will alles untersuchen, er guckt bei allem Futter, ob es schmeckt, er schaut immer was Mutti macht, wenn wir Werkzeug dabei haben oder neue Menschen dabei haben möchte er alles immer kennenlernen, beschnuppern und gucken, ob man das essen kann oder ob des irgendwie irgendwas ist, mit dem man was Schönes machen kann.“
Praktisch für die Pfleger und Tierärzte, denn Nelsons Gesundheit steht an oberster Stelle. Antilopenbabys sind anfällig für Krankheiten und müssen deshalb regelmäßig untersucht werden. Spielerisch lernt Nelson Desinfektionsmittel und Spritzen kennen. Auf die Waage wurde Nelson schon nach wenigen Tagen gesetzt, damit er sich direkt daran gewöhnt.
Heute ist das Ultraschallgerät dran.
„Nelson, schau mal, das hier ist ein Ultraschallgerät, Mami kennt das schon. Und du lernst das auch mal kennen.“
Dafür hat Nelson gerade aber keine Zeit. Schließlich muss der Löwenzahn noch gefuttert werden.
Nach Training und Fressen geht es raus zum Verdauungsspaziergang. Erst kurz schauen, wie das Wetter ist – Passt, auf geht’s nach draußen, das Gelände erkunden.
Nelson ist einer von nur 13 Gelbrückenduckern in Europa. Die Antilopenart gilt als bedroht.
Andre Mascarinas, Tierpfleger Zoo Frankfurt
„Deswegen betreiben wir hier großen Aufwand, um die Tiere zu züchten. Wir forschen dazu, was sind die besten Methoden, wie kann man die Tiere verpaaren, was für Futter brauchen die, wie kann man die Geburt, die Schwangerschaft und die Aufzucht auch so überwachen und begleiten, dass sie erfolgreich ist. Und wir werden immer besser darin.“
Das Ziel ist, dass irgendwann vielleicht auch Zootiere zurück in die Natur können. Nelson fühlt sich allerdings hier ganz wohl im heimischen Garten. Immer an der Seite von Mama Dolly.