Führerschein soll wieder günstiger werden

3.000 Euro für den Führerschein – das ist heute eigentlich der Regelfall. Oft müssen Fahrschüler noch mehr bezahlen, denn viele rasseln beim ersten Anlauf auch durch die theoretische Prüfung. Der Führerschein soll günstiger werden – sagt jetzt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Dazu hat der Politiker aus der Eifel einige Vorschläge, die er jetzt mit einem Fahrlehrer aus Bitburg besprochen hat.

Daniel Reinemann fährt in seinem Simulator durch die Innenstadt. Seit acht Jahren können Fahrschüler bei ihm den Computer nutzen. Dafür gibt es eine Flatrate.
„Du hast die Kupplung nicht lange genug am Schleifpunkt gehalten.“
Der Bitburger glaubt nicht, dass der Simulator „normale“ Fahrstunden direkt ersetzen kann. Aber ihre Anzahl herabsetzen. Das spart Geld.
Daniel Reinemann, Fahrlehrer aus Bitburg
„Der Simulator ist eigentlich fester Bestandteil unserer Ausbildung. Natürlich zwingen wir niemanden dazu, aber wenn man halt keine Vorerfahrung hat, dann ist es von der Haptik her, von allem, von den Abläufen her, schon von Vorteil, wenn man halt hier stressfreier das Ganze angehen kann. Oder zum Beispiel jemand hat Angst für die Autobahnstunde, dann kann er ja gerne, wenn er möchte 90 Minuten auf dem Simulator fahren, dann weis man so grob schon mal, was auf einen zukommt. Und das Feedback der Schüler selber ist auch durchaus positiv.“
Daniel Reinemann folgt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder auf Social  Media. Er kontaktiert ihn, lädt ihn ein nach Bitburg. Der Minister kommt zum Vier-Augen-Gespräch. Es geht um eine Einschätzung aus Sicht  eines Fahrlehrers, zu den Vorschlägen des Politikers, um die Führerscheinkosten zu senken.
Patrick Schnieder (CDU), Bundesverkehrsminister
„Wir können uns vorstellen, auch Online-Unterricht zu machen. Das hat in der Corona-Zeit wunderbar funktioniert. In anderen Ländern kann man sich per App vorbereiten. Das ist eine Option, die man schafft und die den Führerschein günstiger machen kann. In der praktischen Ausbildung den Einsatz von Simulatoren beispielsweise, die Zusatzprüfung, die man ablegen muss, wenn man vom Schaltgetriebe auf Automatik umsteigen möchte oder umgekehrt, dann kann man das in Zukunft auch auf dem Simulator machen.“
Statt Theorieunterricht in Präsenz und in der Gruppe, ein reiner Online-Unterricht per App. Für den Vorsitzenden des Fahrlehrerverbands Rheinland-Pfalz wäre das nicht ausreichend.
Joachim Einig, Vorsitzender Fahrlehrerverband Rheinland e.V.
„Glauben Sie mir, das funktioniert nicht. Das ist wie in einem ganz normalen Leben, wo ich in einem Film etwas sehe, aber nur mit der Erfahrung auch lernen kann, und dafür brauchen wir die Gruppenausbildung. Damit einer von den anderen mitkriegen kann, worum es geht in der Verkehrssicherheit.“
Die Befürchtungen der Fahrlehrer, aber auch ihre Bereitschaft, die Führerscheinkosten zu senken. All das fließt ein, in das rund 40-minütige Vier-Augen-Gespräch zwischen Bundesminister und Fahrschulbesitzer.
Daniel Reinemann, Fahrlehrer aus Bitburg
„Geheim war es jetzt nicht, aber es ist einfach so, dass er auch sagte, dass viele Dinge, die angesprochen sind, ein Kann sind, aber noch nichts beschlossen ist. Dass man einfach mal ein paar Ideen in den Ring schmeißt und guckt, wie es weitergeht.“
Die Verkehrsminister der Länder stehen hinter den Plänen des Bundesministers. Bis zum Frühjahr sollen jetzt Vorschläge gesammelt werden. Vielleicht gibt es dann in Zukunft mehr Unterricht im Simulator, so wie jetzt schon bei Daniel Reinemann in der Eifel.