Wie Migration die Kriminalstatistik verändert hat

Viel wurde in den letzten Wochen gestritten über das „Stadtbild“. Kanzler Friedrich Merz hatte in Bezug auf Migration von einem „Problem im Stadtbild“ gesprochen. Nach heftiger Kritik bis hin zu Rassismus-Vorwürfen ist er konkreter geworden. Gemeint habe er Menschen ohne Aufenthaltsrecht, ohne Arbeit, die sich nicht an deutsches Gesetz hielten. Seitdem wird heftig diskutiert über die Sicherheitslage in Deutschland. An Bahnhöfen, in Parks oder generell in den Innenstädten. Und auch über straffällige Asylbewerber. Eine hitzige Debatte, über die wir gleich mit dem Migrationsexperten Ahmad Mansour sprechen wollen. Vorher ein nüchterner Blick auf die Faktenlage bei uns in Hessen und Rheinland-Pfalz.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik für Rheinland-Pfalz. Straftaten, Aufklärungsquote, Tatverdächtige – auf über 100 Seiten findet sich hier alles, was die Polizei im vergangenen Jahr registriert hat. 2024 lag die Zahl der Straftaten bei rund 240.000.
Rechnet man die Straftaten heraus, die ausschließlich von Nichtdeutschen begangen werden können, zum Beispiel Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylrecht, kommt man auf rund 100.000 Tatverdächtige. Rund 69.000 Deutsche und rund 32.000 nichtdeutsche Tatverdächtige. Das entspricht einem Anteil von 31,7 Prozent. Obwohl der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung nur 14 Prozent beträgt.
Woran liegt diese Überrepräsentanz und was heißt das für die Arbeit der Polizei? Wir fragen nach beim rheinland-pfälzischen Innenminister.
Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP
„Viele deren die hier auch zugereist sind und sich hier auch als Flüchtlinge aufhalten, gehören zum männlichen Geschlecht, sie sind auch sehr jung – das ist genau dieses Altersfeld, das im hohen Maß kriminalitätsbelastet ist und das drückt sich im Umkehrschluss natürlich auch in den Zahlen aus.“
Dazu kämen oft dramatische Erlebnisse, diese machten anfälliger für Kriminalisierung. Das Problem, es ist also bekannt. Doch was unternimmt das Land nun?
Michael Ebling (SPD), Innenminister RLP
„Wenn wir feststellen, dass nicht-deutsche Tatverdächtige überrepräsentiert sind, heißt das schon natürlich noch mal bei den Präventionsprogrammen zu schauen, dass wir die Gruppe junger Männer gezielt auch adressieren.“
Deutschland brauche Zuwanderung, aber es brauche eine Balance. Stichwort Humanität und Ordnung. Ebling sagt, er sagt er unterstütze die verschärfte Migrationspolitik der Bundesregierung.
Das sagt auch sein hessischer Amtskollege. Auch in der Polizeilichen Kriminalstatistik sind die nichtdeutschen Tatverdächtigen. überrepräsentiert. Roman Poseck wird in unserem Interview deutlich.
Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen
„Die ungezügelte Migration der letzten Jahre hat unser Land unsicher gemacht. Das sehen wir auch in der Polizeilichen Kriminalstatistik. Wir hatten im vergangenen Jahr mehr nicht-deutsche als deutsche Tatverdächtige in Hessen und das entspricht nicht der Verteilung in der Bevölkerung. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die meisten Menschen, die zu uns gekommen sind, rechtschaffend sind, dass sie sich an Recht und Gesetz halten. Und dass viele auch ganz wichtige Beiträge auch für unsere Gesellschaft leisten.“
Fakt ist: Die Zahl der Menschen, die bis Ende Oktober in Deutschland einen Asylantrag gestellt haben, hat sich im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres halbiert. Trotzdem: Bis Ende Oktober haben rund 97.000 Menschen in Deutschland erstmals Asyl beantragt. Die meisten von ihnen kamen aus Syrien, Afghanistan und der Türkei.