Google baut großes Rechenzentrum in Dietzenbach

5,5 Milliarden Euro – so viel will der Technologiekonzern Google bis 2029 in Deutschland investieren. Ein Großteil des Geldes fließt ins Rhein-Main-Gebiet: Ein neues Rechenzentrum in Dietzenbach, das bestehende in Hanau soll ausgebaut werden und neue Büros in Frankfurt. Die hessische Landesregierung freut sich. Doch wie viel werden wir am Ende wirklich von diesem Geld haben?

Was im Moment noch eine kahle Fläche mit ein paar Baggern ist, soll bald so aussehen. 2027 soll das neue Google-Rechenzentrum für KI- und Cloud-Dienste in Dietzenbach fertig sein. Der Amerikanische Tech-Gigant verspricht, in Deutschland bis 2029 jährlich rund 9000 Arbeitsplätze zu sichern. Dietzenbachs Bürgermeister Dieter Lang schätzt, dass etwa 100 davon in seiner Stadt entstehen. Er ist stolz auf die Ansiedlung und hofft auf viele Steuereinnahmen.
Dieter Lang (SPD), Bürgermeister Dietzenbach
„Google ist eins der größten Unternehmen weltweit. Es sind immer die großen Firmen, die die Finanzkraft einer Kommune vermitteln, die die Wirtschaftskraft einer Stadt vermitteln und deswegen gehe ich davon aus, dass Google einen substanziellen Beitrag zur Gewerbesteuer zahlen wird.“
Trotz der enormen Energiemengen, die Rechenzentren verbrauchen, wolle Google so grün wie möglich sein. Der in Deutschland genutzte Strom soll bis 2026 zu 85% CO2-frei sein. Die überschüssige Wärme, die das Rechenzentrum erzeugt, soll ins lokale Fernwärmenetz fließen und so bis zu 2000 Haushalte versorgen. Neben Dietzenbach will Google auch ins vor zwei Jahren eröffnete Rechenzentrum in Hanau weiter investieren und neue Büroflächen in Frankfurt schaffen. Insgesamt 5,5 Milliarden Euro für ganz Deutschland, der Großteil dürfte nach Hessen fließen. Die Landesregierung hört das natürlich gern.
Kristina Sinemus (CDU), Digitalministerin Hessen
„Google, aber auch andere Investoren investieren insbesondere in Hessen als europäisch größten Rechenzentrumsstandort, weil sie sagen, wir glauben an diesen Standort, hier haben wir so viel Know-how, so viel Forschungs-Know-how, so viel Anwendungsmöglichkeiten auch in Wirtschaft.“
Ein starkes Signal für Hessen und wichtige Wirtschaftsimpulse sieht auch der Frankfurter Wirtschaftsinformatiker Nils Urbach. Aber:
Nils Urbach, Frankfurt University of Applied Sciences
„Mit jedem neuen Rechenzentrum eines US-Konzerns geben wir auch ein Stück weit digitale Unabhängigkeit aus der Hand und wenn Europa eben nicht nur Nutzer oder Kunde sein möchte, sondern wirklich auch die digitale Transformation mitgestalten möchte, ist es durchaus eigentlich besser, wir würden gezielt eigene Investitionen in starke europäische Alternativen fördern.“
Außerdem sei bei einem US-Konzern schwerer kontrollierbar, was mit den Daten passiert. Über Risiken macht Dieter Lang sich keine Sorgen. Er sieht für seine Stadt vor allem die Chancen, die Google für Dietzenbach und die Region bringt.