85-jährige Ursula Dinges läuft Ultra-Marathons

Für Ursula Dinges aus Frankfurt-Kalbach ist ihr Alter nur eine Zahl. Mit 85 Jahren läuft sie noch regelmäßig Ultramarathons, mit Strecken von deutlich mehr als 100 Kilometern. Ein Geheimrezept für ihre gute Fitness hat sie nicht, verrät sie. Sie ernährt sich aber größtenteils vegetarisch, hat nie geraucht und trinkt nur sehr selten Alkohol. Wir sagen: Läuft bei ihr!

Ursula Dinges läuft für ihr Leben gern. Hier, auf ihrer Teststrecke, wenige Meter von ihrem Zuhause entfernt, bereitet sie sich die 85-Jährige auf ihre Langstreckenläufe vor und testet dabei, wie fit ihr Körper gerade ist.
Ursula Dinges, Ultramarathon-Läuferin
„Ich jogge dann unten bis hier hoch, den kleinen Hügel hoch. Und wenn ich dann nicht schnaufen muss und nichts zwickt, dann weiß ich genau, dann kann ich 100 Kilometer und mehr laufen. Und wenn dann irgendwo was zwickt oder ich muss schnaufen, dann muss ich überlegen, ob ich nochmal bisschen was trainiere.“
In ihrer Altersklasse bricht Ursula einen Rekord nach dem anderen – egal ob beim Marathon oder beim sogenannten 48-Stunden-Lauf, eine Form des Ultramarathons. Hier hält sie seit 2023 den Weltrekord von 197 Kilometern in 48 Stunden.
Ihre Motivation: So viele Weltrekorde wie möglich sammeln und die oft angeberischen und meist jüngeren Männer auf der Laufstrecke abhängen.
Ursula Dinges,  Ultramarathon-Läuferin
„Meistens sind die dann sowas von sprachlos. Oder sie fangen zu schreien. Schreien: Nein, das gibt’s nicht! Und das macht mir dann am meisten Spaß.“
Das Wohnzimmer der Frankfurterin: Eine einzige Ansammlung von Pokalen und Medaillen. Mit ihrem Trainer und langjährigen Freund Thomas Eceterski blickt sie zurück. Denn bis zu ihrem 60. Lebensjahr bevorzugt sie das Wandern. Bis zum Jahr 2000. Da bringt sie ihr mittlerweile verstorbener Mann Ulrich, damals selbst leidenschaftlicher Läufer, zum Laufsport. 22
Ursula Dinges,  Ultramarathon-Läuferin
„Ja, das war also schneller und flotter. Da war mehr Action drin als beim Wandern. Weil Wandern, das machen ja immer nur alte Leute, wenn man das hört. Ach ja, Opa und Oma, die wandern. Und das hat mir dann nicht mehr so gefallen. Und das hat mich dann wirklich da inspiriert und dann habe ich gesagt: Also nein, das machst du, das ist gut.“
Und seitdem läuft sie. Wie hier, Ende Oktober, beim Frankfurt Marathon. Auf ihrem Lieblingsbelag, dem Asphalt. Denn da hat sie einen sicheren Tritt und fühlt sie sich am Wohlsten.
Ursula Dinges,  Ultramarathon-Läuferin
„Obwohl man immer sagt: Auf Asphalt trainieren, das geht auf die Gelenke. Aber das ist bei mir dann egal. Also wenn es bisher noch nicht an die Gelenke gegangen ist, geht’s jetzt auch nicht mehr dran. Da renn ich weiter über Asphalt, egal was die anderen sagen.“
Ihr großes Ziel für kommendes Jahr. In ihrer Lieblingsdisziplin, dem 48-Stunden-Lauf die 200 Kilometer-Marke knacken und – dann zum dritten Mal insgesamt – erneut den New York Marathon laufen. Vorher heißt es aber weiter fleißig trainieren. Um auch in Zukunft allen anderen in ihrem Alter davonzulaufen.