Papagei folgt Herrchen überall hin

Ein Mann und sein Papagei – ein Anblick, den man sicher nicht alle Tage sieht. Im hessischen Egelsbach ist das Duo längst bekannt. Ob auf dem Fahrrad, beim Schneiden der Hecke oder Spazieren – die Papagei-Dame sitzt auf der Schulter von Daniel Wranik. Wir haben die beiden einen Tag lang begleitet.

Dieser Mann hat einen Vogel. Und zwar einen Papagei namens Jacqueline. Gemeinsam gehen sie durchs Leben. Die Ara-Dame sitzt dabei fast immer auf der Schulter von Daniel Wranik – ein Anblick, mit dem sie in Egelsbach regelmäßig für Aufsehen sorgen.
Daniel Wranik
„Die lachen alle und freuen sich, dass der Tag so richtig gut anfängt. Und genießen den Tag, wie wir.“
Jacquelines  Flügel sind  nicht gestutzt. Sie könnte jederzeit wegfliegen, doch das will sie gar nicht. Die beiden sind unzertrennlich. Den Platz an Daniels Seite muss sich der Vogel allerdings teilen: mit Daniels Frau Renata.
Renata Wranik
„Also am Anfang war es schwierig, da war ich super eifersüchtig. Mittlerweile habe ich tatsächlich zwei Papageien die quasi mir gehören. In manchen Situationen ist man dann schon so, wieso jetzt Sie und nicht ist. Aber das ist okay. Das haben wir uns so ausgesucht und das ist genau so richtig.“
Acht Papageien leben inzwischen bei den Wraniks. Im Gegensatz zu diesen  vier Graupapageien kann Jacqueline  nicht sprechen. *Graupapageien am Sprechen*
Als Mitarbeiter der Tierstation am Frankfurter Flughafen  hat  Daniel Erfahrung im Umgang mit Tieren.  Jacqueline kam vor 10 Jahren zu ihm. Der ausgesetzte Papagei wurde von der Feuerwehr zu ihm gebracht. Zu der Zeit war Jacqueline  aggressiv gegenüber Menschen und traumatisiert von einem Leben in Gefangenschaft.
Daniel Wranik
„Ich habe mich damals in den Käfig reingesetzt mit ihr und mich beißen lassen nach dem Motto: ich will dir nichts. Und das ging richtig schnell, nach zwei Monaten hat sie gesagt: Oh der ist doch gut drauf, dem werde ich vertrauen. Und dann hat sich die Liebe entwickelt.“
Und die Liebe hält an. Jacqueline begleitet den 48-Jährigen auf Schritt und Tritt – sogar  zum Zahnarzt. Da wird das Wartezimmer direkt etwas bunter. Der Inhaber der Praxis hat damit  kein Problem.
Jan Wasiak, Zahnarzt Reczek-Wasiak
„Sie ist eigentlich ganz brav. Irgendwann vermisst sie das Herrchen und dann beißt sie mich ins Ohr ganz kurz. Aber sonst ist es super.“
Der Papagei-Papa lebt ganz nach dem Motto: Solange es niemanden stört kommt Jacqueline mit. Und wer die beiden einmal sieht, der weiß: Einen Vogel zu haben, kann ganz schön glücklich machen.