Berühmtes Rembrandt-Gemälde wird restauriert

 „Die Blendung Simsons“ ist eines der Hauptwerke des niederländischen Barockmalers Rembrandt van Rijn. Das Gemälde ist ein Highlight der Sammlung des Frankfurter Städel Museums und wird jetzt aufwändig restauriert. Und das dauert tatsächlich mehrere Jahre..

Nur echte Kenner wissen, das ist ein Blick durchs Mikroskop auf eine Leinwand. Genauer: Auf ein fast 400 Jahre altes, weltberühmtes, Historiengemälde. Rembrandts „Die Blendung Simsons“ ist über zwei Meter hoch und mehr als drei Meter breit. Es soll wieder im alten Glanz erstrahlen.
Stephan Knobloch, Leiter Gemälde-Restaurierung, Städel Museum Frankfurt
„Wir finden bei früheren Restaurierungen aufgetragene Firnisschichten vor. Die und das ist der aktuelle Prozess, die von der Bildoberfläche, von der Originalmalerei abgetragen werden. Vorsichtig, dass da natürlich keine Originalpartien verletzt werden. Deshalb ist das eine Arbeit, die man oft unter dem Mikroskop durchführt.“
Die alten Schutzschichten werden mit einer ganz speziellen Alkoholmischung entfernt. Wie oft Rembrandts Meisterwerk schon restauriert wurde, ist nicht ganz klar. Zum letzten Mal in den 1970er Jahren. Aber bestimmt im Laufe der Jahrhunderte drei bis vier Mal. Da sind sich Stephan Knobloch und seine Kollegin Linda Schmidt sicher. Seit 1905 ist die „Blendung Simsons“ im Besitz des Frankfurter Museums.
Stephan Knobloch, Leiter Gemälde-Restaurierung, Städel Museum Frankfurt
„Wir untersuchen Bilder mit Infrarotstrahlung, wo wir Vorunterzeichnungen erkennen, wo wir sogenannte Pentimenti erkennen können. Also Änderungen, die die Künstler selber im Malprozess durchgeführt haben. Wir untersuchen sie mit Röntgenstrahlung, um zu erkennen, in welchem Zustand das Bild wirklich ist. Was ist von dem Original noch unter späteren Untermalungen vorhanden?“
Durch die Untersuchungen konnten die Restauratoren zum Beispiel erkennen, dass Rembrandt den Kopf eines Soldaten bereits gemalt hatte, ihn dann aber wieder mit dunkler Farbe übermalt hat. „Die Blendung Simsons“ ist eines der Hauptwerke der europäischen Kunstgeschichte. Die aufwendige Arbeit der Restauratoren wird durch einen Fond der Bank of America gefördert.
Stephan Knobloch, Leiter Gemälde-Restaurierung, Städel Museum Frankfurt
„Wir gehen derzeit nach unseren Erkenntnissen aus der Analyse von einer Gesamtlaufzeit des Projekts von bis zu vier Jahren aus.“
Ändern werden die Frankfurter Restauratoren natürlich nichts. Ihnen geht es darum, Rembrandts Meisterwerk zu erhalten und dem Gemälde wieder seine volle Ausdruckskraft zurückzugeben.