Vorplanungen für Frankfurter Fernbahntunnel

Wer dort öfter am Frankfurter Hauptbahnhof unterwegs ist, dem ist es vielleicht schon aufgefallen: Gleis 3 ist derzeit gesperrt. Aber nicht etwa, weil mit dem Gleis etwas nicht stimmt, sondern weil dort aktuell Probebohrungen stattfinden – bis zu 100 Meter tief. Die Deutsche Bahn bereitet dort nämlich gerade die Bauarbeiten für den geplanten Fernbahntunnel vor – tief unter dem heutigen Hauptbahnhof.

Noch haben die eigentlichen Bauarbeiten für den neuen Frankfurter Fernbahntunnel nicht begonnen. Doch die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren: Derzeit prüft die Bahn den Untergrund auf Herz und Nieren. Oder besser gesagt: Auf Kalk und Ton. Denn der Tunnel des geplanten Fernbahnhofs soll einmal bis zu 80 Meter unter dem heutigen Hauptbahnhof verlaufen – das geht nur mit genauen Kenntnissen über die Bodenbeschaffenheit.
Rainer Haschke, Leiter Bautechnik Fernbahntunnel Frankfurt
„Wir haben oben eben das Lockergestein, die Auffüllungen in Frankfurt. Wir haben darunter den typischen Frankfurter Ton. Und darunter dann die tragfähigen Kalke. Und wir müssen wissen, welches Gestein wo ansteht, damit wir festlegen können, mit welchem Verfahren wir die Baugruben beispielsweise herstellen können.“
Damit nichts durcheinander kommt, werden die Probebohrkerne meterweise verpackt, exakt beschriftet und zur genauen Analyse an ein Labor geschickt. Insgesamt führt die Bahn in den kommenden Wochen und Monaten rund 100 solcher Probebohrungen durch: Nicht nur hier im Hauptbahnhof, sondern auch entlang weiterer möglicher neuer Trassenverläufe in der Frankfurter Innenstadt. Die Probebohrungen im Bahnhof selbst sollen bis Mitte Dezember abgeschlossen sein – vorausgesetzt, man stößt nicht noch auf unliebsame Überraschungen.
Rainer Haschke, Leiter Bautechnik Fernbahntunnel Frankfurt
„Wenn wir hier tatsächlich einen Bombenfund hätten, dann müssten wir eben entsprechende Maßnahmen einleiten und die Kampfmittelräumung aktivieren, damit die Bombe entschärft wird. Ich denke, dass ist so das Schlimmste, was uns hier erwarten könnte. Damit das nicht passiert oder damit wir es vorzeitig merken, werden vor den Bohrungen Kampfmittelsondierungen durchgeführt, damit das auch wirklich safe ist hier.“
Der geplante Fernbahntunnel soll den bisherigen Kopfbahnhof am Verkehrsknotenpunkt Frankfurt entlasten und somit auch den gesamten deutschen Bahnverkehr erheblich beschleunigen. Frühestens in 15 Jahren  soll das Projekt fertiggestellt sein – Stand jetzt, rechnet die Deutsche Bahn mit Kosten in Höhe von rund 3,6 Milliarden Euro.