Kiwi-Ernte in der Pfalz

Die Natur beschenkt uns gerade jetzt im Herbst reichlich mit Äpfel, Birnen und vielem mehr… Die Pfalz bietet für zahlreiche Obstsorten ideale Bedingungen zum Wachsen. Doch neben den Obstklassikern, sind auch einige exotische Früchte zu finden. An der südlichen Weinstraße werden jetzt zum ersten Mal Kiwis geerntet.

Rund, grün und pelzig. Noch sind die Sträucher recht klein, doch schon jetzt hängen die meisten von Ihnen voll mit Kiwis. Gerd Pfaffmann pflanzt vor vier Jahren 1.200 Setzlinge. In diesem Jahr tragen sie zum ersten Mal Früchte. Ganz zur Freude des Obstbauern. Denn mit dem Anbau der Südfrüchte ging er ein ziemliches Risiko ein.
Gerd Pfaffmann, Obstbauer aus Impflingen
„Kiwis haben gewisse Eigenschaften, die sehr gut sind. Das ist, dass sie keine pilzlichen und tierischen Schädlinge haben. Deswegen brauchen wir keinen Pflanzenschutz. Das schlechte daran ist, dass sie zu einem Zeitpunkt blühen, wo wir oft Spätfröste haben. Das heißt, durch den Frost können wir die Ernte verlieren. Das ist ein Nachteil. Und sie vertragen nicht Trockenheit über lange Zeit. Deswegen haben wir alle Reihen mit einer Tröpfchenberegnung ausgestattet.“
Durch die Änderung des Klimas in den vergangenen Jahren ist dieses Experiment überhaupt erst möglich. Als Kiwi-Pionier in der Pfalz musste sich Pfaffmann sein Wissen selbst aneignen.
Gerd Pfaffmann, Obstbauer aus Impflingen
„Da haben wir eine männliche Pflanze, die trägt überhaupt nichts. Die ist nur dafür da, um die weiblichen Pflanzen zu befruchten. Es sind immer neun weibliche und eine männliche und die trägt halt leider Gottes natürlich auch nix. Aber ohne die hätten wir gar keinen Ertrag.“
Der Ertrag liegt in diesem Jahr bei etwa 3 Tonnen. In den nächsten Jahren rechnet der Obstbauer damit, dass dieser sich verzehnfacht.
Gerd Pfaffmann, Obstbauer aus Impflingen
„Nächstes Jahr rechnen wir mit der ersten Vollernte auf den Reihen. Und langfristig wollen wir aber alles hier in eine Pergolaanlage umbauen, wenn das Wachstum stark genug ist. Das heißt: Da wo wir jetzt stehen, hängen direkt über uns dann die Kiwis und darüber die Blätter.“
Bis dahin weiß man dann auch wie die Pfälzer Kiwis schmecken. Denn obwohl sie momentan geerntet werden, sind sie noch nicht essbar. Kiwis müssen nach dem Pflücken erst einige Monate nachreifen. Diesen Prozess beschleunigt der Obstbauer, indem er sie zusammen mit Äpfeln lagert. Die geben ein natürliches Reifegas von sich, durch die die Kiwis schneller reifen.
Ende Dezember rechnet Pfaffmann dann mit essbaren Früchten. Die ersten Pfälzer Kiwis.