Frankfurter Buchmesse wird eröffnet
Herbstzeit ist Lesezeit und Zeit für die größte Buchmesse der Welt. Zur Stunde wird feierlich die Frankfurter Buchmesse eröffnet. Bis Sonntag lädt sie Besucher zum Stöbern, Schmökern und Entdecken ein – zum Beispiel von Literatur und Kultur der Philippinen. Der diesjährige Ehrengast aus Südostasien ist mit über 100 Autoren und Künstlern nach Frankfurt gereist.
Als begehbare Inselgruppe. Stolze 7.641 Inseln zählen die Philippinen, der fünftgrößte Inselstaat der Welt. Traditionelle Materialien wie Bambus und Ananasfasern treffen hier auf zeitgenössische Kunst. Zusammenkommen und Teilen sind fester Bestandteil der Landeskultur, auch das will die Architektur zeigen.
Patrick Flores, Kurator Ehrengast-Pavillon
„Bücher lesen kann man auch in einer Bibliothek. Aber auf dieser Buchmesse geht es genauso um Gespräche. Deshalb haben wir hier Orte der Zusammenkunft geschaffen. Und zwar so, wie man auf den Philippinen zusammenkommt.“
Kolonialzeit, Marcos-Diktatur oder Rodrigo Dutertes brutaler Krieg gegen die Drogen – die bewegte Vergangenheit ist Teil der vielfältigen Landesliteratur, die sich oft um soziale Gerechtigkeit dreht. Dass die hierzulande weitgehend unbekannt ist, sieht man als Chance, das zu ändern:
Karina A. Bolasco, Kuratorin Literaturprogramm
„Weil alles neu, alles aufregend ist. Ich glaube an die Kraft des Geschichtenerzählens. Ich bin seit 40 Jahren Publizistin. Daran sieht man: Ich glaube an die Literatur. Und ich weiß: Geschichten haben die Macht, die Wahrheit ans Licht zu bringen und zu bezeugen – und vielleicht sogar eine Art des sozialen Wandels zu bewirken.“
In Zeiten globaler Kriege, Krisen und antidemokratischer Tendenzen versteht sich die diesjährige Buchmesse einmal mehr als Plattform für politische Debatten und Meinungsaustausch.
Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
„Gute Lösungen entstehen vielleicht auch im Schleifen von Ideen. Indem Sie was anders sehen als ich und wir beide darum kämpfen, aber in einem respektvollen Weg. Und das findet hier auf der Buchmesse statt. Auf den Podien, aber auch an den Ständen der Verlage.“


