Mit elf Jahren Hip-Hop-Weltmeisterin

Emma Pinger hat offensichtlich ein echtes Erfolgsrezept. Mit nur 11 Jahren ist sie Hip-Hop-Weltmeisterin: Sie holt bei der WM im englischen Blackpool den ersten Platz im Battle und sichert sich auch beim Solo einen Podestplatz. Wir haben die junge Titelträgerin beim Training besucht.

Rhythmusgefühl, Lockerheit und ein gutes Gespür für Musik – darauf kommt es an beim Hip-Hop. Für Emma ist Tanzen längst mehr als nur ein Hobby. Es gehört zu ihrem Alltag: Ob beim Zähneputzen, unter der Dusche oder auf dem Schulhof. Schon seit sie klein ist, bewegt sie sich zur Musik. Trotz ihrer Erfolge bleibt Emma aber erstaunlich zurückhaltend – besonders, wenn es ums Gewinnen geht.
Emma Pinger, Hip-Hop-Weltmeisterin
„Wenn ich halt gewinne, lächele ich nicht. Ich weiß nicht warum, es kommt einfach so von mir. Ich lächle erst mal nicht, weil wenn ich lächle fühlt es sich falsch an gegenüber den anderen. Also zum Beispiel meinem Gegner, also dass er dann halt verloren hat und das finde ich halt unhöflich und deswegen halt, lächle ich erst mal nicht“ – „Aber du hast dich schon gefreut oder?“ – “ Ja, am Ende wenn ich dann von der Bühne weg bin, dann lächle ich erst.“
Und dazu hat sie auch allen Grund, denn Emma ist frisch gebackene Weltmeisterin in der Hip-Hop-Kategorie Battle. Heißt: Zwei Tänzer treten direkt gegeneinander an. Die Musik kennen sie vorher nicht, sie wird spontan von der Jury ausgewählt. Das bedeutet: keine Choreo und keine Vorbereitung – jede Bewegung entsteht im Moment. Wer besser auf den Beat reagiert, mehr Ausdruck zeigt und das Publikum mitreißt, gewinnt. Emmas Trainer Sponky ist Künstler und Produzent. Er lernt Emma bei einem der Wettkämpfe kennen. Seitdem reist er zwei bis dreimal im Monat für das Training extra aus Stuttgart an.
Sponky, Trainer Emma
„Und ich denke, als Tänzerin ist sie eine Kämpferin. Sie liebt es, ihre Lebensfreude in den Tanz einfließen zu lassen. Und sie ist eine faire Konkurrentin. Sie tritt nicht aggressiv auf, sie bleibt immer sie selbst, und das ist es, was man an ihr sehen kann. Sie ist wirklich natürlich.Sie drückt aus was kommt. Das ist wirklich gut an ihr.“
Mit gerade mal elf Jahren zeigt Emma, was möglich ist – wenn Leidenschaft, Fairness und Freude zusammenkommen. Wenn sie so weitermacht ist das sicher nicht ihr letzter Hip-Hop-Titel.