Kochkurs gegen Lebensmittelverschwendung

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Rote Bete, Aubergine und Paprika – alles Gemüse, das nicht der Norm entspricht. Zu unförmig, Flecken oder Druckstellen, das macht den Schülern der Adolf-Reichwein-Schule nichts aus. Denn darum geht es heute: Leckere Gerichte zaubern aus Zutaten, die zu gut für die Tonne sind.
Lilli
„Es macht auf jeden Fall viel Spaß, mit der Klasse zu kochen und ich find’s auch gut, dass wir lernen, wie man richtig Gemüse verarbeitet.“
Julian
„Eigentlich ganz cool, dass man jetzt auch mal lernt, wie man hier mit diesen ganzen Resten umgeht, weil zuhause denkt man sich wahrscheinlich eher: ‚Hmm, was mach ich jetzt hier mit den Schalen oder was mach ich hiermit?‘. Und jetzt lernt man hier halt neue Dinge kennen, wie man so was verwerten kann. Man muss es ja nicht einzeln kochen, man kann’s ja auch zu einem anderen Gericht dazu machen.“
Wie den Strunk vom Brokkoli. Von den Schülern wäre niemand auf die Idee gekommen, den noch zu verwerten.
Carlotta Jung, Köchin
„Bei dem Brokkoli-Strunk ist es so, dass der zwar eine relativ harte Schale hat, aber das Innere , das ist ziemlich weich und das kann man richtig gut essen. Dafür schneidet man einfach erst mal hier unten das ab. Jetzt ist der ein bisschen gespalten, das machen wir auch ab. Und dann kann man das im Backofen backen, in der Suppe verarbeiten. Man kann es auch theoretisch roh essen, wie den Brokkoli auch, das ist auch ganz lecker.“
Projektleiterin Luane Schober geht mit den Foodsaving-Kochkursen mehrmals im Jahr an Schulen, um Aufmerksamkeit für den Umgang mit Lebensmitteln zu schaffen.
Luane Schober, Verbraucherzentrale Hessen
„Dieses Projekt kam zustande, dass wir gesehen haben, welche Zielgruppe am meisten wegschmeißt. Das ist tatsächlich eher die jüngere Generation im Vergleich zu den älteren Generationen. Und welche Lebensmittelgruppen werden am meisten weggeschmissen und warum. Und der Grund warum, ist meistens, weil es verdorben ist. Und das geht dann vor allem darum, hier anderen zu zeigen, wie lagert man das richtig und wie kann man das verwerten.“
Zum Beispiel in einem Schokoladen-Zucchini-Kuchen. Gemüse im Nachtisch? Franziska ist da noch etwas skeptisch.
Franziska
„Ich freu mich auf jeden Fall aufs Essen. Und dann probier ich und wenn’s gut schmeckt, dann werde ich das auf jeden Fall nachmachen. Aber ich kann’s mir echt schlecht vorstellen.“
Zack – kommt der Kuchen in den Ofen. Die Zucchini darin wurde nicht nur als Essensrest vor der Mülltonne gerettet, sondern soll den Kuchen auch besonders saftig machen. Eine halbe Stunde braucht er, dann ist er fertig. Raus aus dem Ofen, jetzt wird probiert. Franziskas Fazit:
Franziska
„Sehr, sehr lecker, also ich habe das wirklich gar nicht erwartet. Und es sieht auch genauso aus, wie ein normaler Brownie. Also wenn mir das jetzt jemand zeigen würde, würde ich sagen, es ist keine Zucchini drin.“
Gemüsecremesuppe, Wraps und Waffeln aus Karotten – die Schüler sind zufrieden. Das ein oder andere Rezept, werden sie zuhause wohl nochmal probieren.