Inklusives Weingut des Roten Kreuzes
Dass jetzt gerade an der Mosel Wein gelesen wird, ist ganz normal. Einmalifg auf der Welt ist aber, dass das Rote Kreuz das Weingut betreibt. Ein Inklusions-Projekt – hoch über Bernkastel-Kues. Dort arbeiten beeinträchtigte Menschen zusammen mit ihren Betreuern im Weinberg und erzeugen prämierten Wein der Spitzenklasse.
Wer viel arbeitet, der darf auch ab und zu mal naschen. Die Trauben bestehen den Qualitätsscheck von Manuel Mainz. Bilderbuchtrauben. Grauburgunder, richtig süß und reif für die Lese. Im DRK-Sozialwerk arbeitet der 23-Jährige in verschiedenen Jobs. Hier draußen ist er besonders gerne.
Manuel Mainz, arbeitet im DRK-Weingut
„Ich bin der Manuel Mainz. Vier Jahre schaffe ich im Weinbau. Mir gefällt das Schön mit Leuten zu schwätzen und Trauben lesen, ja.“
Harte Arbeit mit Premiumaussicht. 16 Hektar Rebfläche gehören zum Weingut des Deutschen Roten Kreuzes. Menschen mit ganz unterschiedlichen Beeinträchtigungen arbeiten in den Top-Lagen bei Bernkastel-Kues. Betreut werden sie von Weinbauprofis mit pädagogischer Zusatzausbildung.
Andreas Traut, Gruppenleiter für Weinbau
„Wir versuchen, unseren Leuten eine gewisse Struktur zu geben, also eine Tagesstruktur, die in vielen Fällen bei unseren Klienten nicht vorhanden ist. Und durch diese geregelten Arbeiten, durch dieses Anleiten der Arbeiten, werden sie über die Jahre selbstständiger und auch selbstbewusster.“
Der Wein wird auch im Hofladen des DRK-Sozialwerks verkauft. Neben all den anderen Produkten, die auf dem Cusanushofgut hergestellt werden. Es gibt hier zum Beispiel eine Gärtnerei und eine Herde Galloway-Rinder. Ungefähr 80 Menschen mit Beeinträchtigung arbeiten hier in ganz unterschiedlichen Bereichen.
Carsten Müller-Meine, Geschäftsführer DRK-Sozialwerk Bernkastel-Wittlich
„Ja, das klappt super. Weil wir hier oben landschaftlich schön eingebettet. Und auf der anderen Seite, ist das natürlich eine sehr reizarme Umgebung. Sodass Menschen auch mit besonderen Beeinträchtigungsbildern auch hier gezielt gefördert werden können und auch entsprechend in Ruhe arbeiten können.“
Der Grauburgunder ist inzwischen geerntet und wird in der Kellerei weiterverarbeitet. Achim Kerpen ist gelernter Kellermeister. Er hat das inklusive Weingut vor 30 Jahren mit aufgebaut.
Achim Kerpen, Kellermeister
„Also wir haben auch schon mehrfach den Siegerwein gestellt, bei der Landwirtschaftskammer an der Mosel. Also unsere Qualität ist über die Grenzen hinaus bekannt.“
An der Herstellung des prämierten Weins ist auch Bernd Hubach beteiligt. Heute trennt er die Traubenbeeren von den Stielen. Der 48-Jährige arbeitet aber auch im Weinberg.
Bernd Hubach, arbeitet im DRK-Weingut
„Die verschiedenen Sachen sind Schneiden, Binden, Aufbinden und jetzt hier im Herbst Traubenlesen. Ich mache das viel zu gerne hier unten. Weil mir das Spaß macht.“


