Protest gegen das Aussetzen von spanischen Jagdhunden
In einem der liebsten Urlaubsländer der Deutschen werden jährlich bis zu 50.000 Jagdhunde, also Podencos und Galgos, aussortiert und regelrecht entsorgt, wenn sie zur Jagd nicht mehr taugen. Oft nach jahrelangem Leid. In vielen deutschen Städten – so auch in Mainz – sind am Wochenende deshalb Hunderte Menschen und Hunde auf die Straße gegangen, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen und auch um Druck auf die spanische Regierung zu erzeugen. Wir waren beim Galgomarsch mit der Kamera dabei.
Bianca ist seit einem Monat in Deutschland. Der Jäger, bei dem sie bis vor kurzem auf Menorca gelebt hat, kann das zweieinhalb Jahre alte Podenco-Mädchen nicht mehr gebrauchen.
Sie hat Glück, kommt zu Irina Conkel, die seit 21 Jahren eine Pflegestelle im pfälzischen Winnweiler betreibt.
Irina Conkel, vermittelt Pflegehunde aus Spanien
„Das ist immer sehr, sehr aufregend. Ich habe aber Unterstützung durch die Menge meiner Podencos, weil die schätzen die Hunde vor mir ein. Und jeder findet da irgendwie seinen Partner auch zum Spielen oder zum kuscheln.“
Jeder gerettete Hund bringt seine Geschichte mit. Manchen sieht man an, dass ihnen Schlimmes widerfahren ist. Andere sind ängstlich und zurückhaltend. So auch der Podenco, den Sabrina Friedel aus dem Tierheim holt.
Sabrina Friedel, Initiatorin Mainzer Galgomarsch
„Und da haben wir uns natürlich informiert, woher kommt das, woher stammt der, was ist seine Geschichte. Und dadurch kommt man in diesem Thema rein und das fesselt einen ja. Und man regt sich innerlich auf und möchte was bewegen.“
Sabrina Friedel ruft in Mainz die sogenannten Galgomärsche ins Leben. Rund 1.000 Menschen versammeln sich am Wochenende, um auf das Leid vieler spanischer Jagdhunde aufmerksam zu machen.
Denn für sie gilt das Tierschutzgesetz in Spanien nicht. Zu mächtig und finanzstark sei die dortige Jagdlobby, die auf ihre lange Tradition und kulturelle Bedeutung verweist, erklärt Rafael Agudo, der extra aus Sevilla angereist ist.
Rafael Agudo, Tierschützer aus Sevilla
„Das sind Hunde, die in Zulus leben oder in Hallen, total angekettet, wochenlang und nur zur Jagd rauskommen. Und wenn die nicht mehr nutzbar sind, dann werden die einfach ausgesetzt. Also die haben keinen Hund, der älter als vier Jahre ist. Die werden entweder ausgesetzt, vergraben, aufgehangen, Chip rausgeschnitten. Und das ist die traurige Realität, die wir in unserem Land haben.“


