Neuer Linearbeschleuniger an der Universitätsmedizin Mainz

Die Zahl der Krebs-Erkrankungen nimmt jedes Jahr zu. Zum Glück verbessern sich aber auch die Therapien ständig. Seit Juni ist an der Universitätsmedizin Mainz ein neues Gerät für die Krebsbestrahlung in Betrieb – ein sogenannter Linearbeschleuniger. Heute wurde er offiziell eingeweiht.

Diese Patientin  – eine Übungspuppe – hat einen bösartigen Tumor  in der Lunge. Die  Behandlung: Bestrahlung kombiniert mit Immuntherapie. Dafür kommt sie in den neuen Linearbeschleuniger, den „TrueBeam 4.1“. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist die Strahlentherapie hier präziser und schneller.
Heinz Schmidberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie der Universitätsmedizin Mainz:
„Wir können dank der höheren Präzision und der besseren Bildgebung mehr Dosis pro Tag geben, wobei sich die Zahl der Bestrahlungssitzungen verringert. Also früher wurden viele Patientinnen und Patienten über sechs bis acht Wochen behandelt und heute geht das über drei bis vier Wochen.“
Eine Bestrahlung dauert nur etwa vier Minuten. In dieser Zeit heißt es für die Patienten: nicht die kleinste Bewegung machen. Auch hier unterstützt die neue Technik.  Mithilfe einer Kamera, die die Oberfläche des Patienten scannt, hört das Gerät sofort auf zu bestrahlen, sobald der Patient sich doch bewegt. So wird weniger gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen und die Patienten haben weniger Nebenwirkungen.
Heinz Schmidberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie der Universitätsmedizin Mainz
„Wir haben eigentlich den Anspruch, dass 95 Prozent der Patienten nach der Therapie ne weitestgehend normale Lebensqualität haben. Das funktioniert sehr gut bei Frauen nach Brustkrebs. Die meisten Frauen haben eine normale Lebensqualität. Bei Patienten mit Prostatakarzinomen ist mittlerweile die Lebensqualität sehr gut nach der Bestrahlung und die   Heilungswahrscheinlichkeit natürlich ähnlich wie nach der Operation.“
Über vier Millionen Euro hat der neue Linearbeschleuniger  gekostet. Zwölf Stunden pro Tag ist er im Einsatz. Zusätzlich liefert er einen wichtigen Nutzen für die Forschung.