Ministerpräsident Schweitzer auf USA-Reise

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer ist am Wochenende mit einer Delegation in die USA geflogen. In der Hauptstadt Washington wollen sie in den nächsten Tagen versuchen, die angespannten deutsch-amerikanischen Beziehungen zu stärken. Zum Auftakt gab es einen Besuch einer weltbekannten Gedenkstätte.

Der Nationalfriedhof Arlington in der Nähe von Washington: Der Rheinland-Pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer legt einen Kranz am Grab des unbekannten Soldaten nieder. Er gedenkt damit der rund 400.000 amerikanischen GIs, die hier beerdigt sind.  Viele von ihnen haben fernab der Heimat für Freiheit und Demokratie gekämpft. So wie   General Henry Allan, der nach dem ersten Weltkrieg in Koblenz Kommandeur der US-Soldaten in Deutschland war. Doch der neue Mann im Weißen Haus, US-Präsident Donald Trump, hat wenig Interesse an militärischen Einsätzen im Ausland oder an internationaler Zusammenarbeit. Schweitzer will deshalb in Washington klar machen, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA wichtig bleiben.
Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident RLP
„Ich glaube, es geht gar nicht so sehr darum, neue Bande zu knüpfen, sondern bestehende Bande zu intensivieren. Denn wir haben enge Beziehungen, politisch, wirtschaftlich, kulturell und oft auch persönlich. Das will ich deutlich machen und die bisherigen Gespräche gehen auch in diese Richtung.“
Am Mittag trifft Alexander Schweitzer Vertreter politischer Stiftungen. Sie sind über den Kurswechsel in den USA tief besorgt. So werde die Wirtschaft durch die neuen amerikanischen Strafzölle massiv belastet – und zwar auf beiden Seiten des Atlantiks.
Martin Biesel, Leiter Friedrich-Naumann-Stiftung USA
„Auch die amerikanischen Firmen haben internationale Lieferketten. US- Autofirmen sind zum Beispiel abhängig von Kanada. Also auch für die wird es teuer.“
Es sei auch fraglich, wie fest die USA noch zur NATO stünden. Obwohl allein in Rheinland-Pfalz rund 50.000 amerikanische Soldaten und Angehörige stationiert seien. Aber die meisten Experten hier sind optimistisch,  dass die deutsch-amerikanischen Beziehungen stark bleiben.
Dr. David Sirakov, Direktor Atlantische Akademie RLP
„Ich glaube, die USA brauchen, weil sie weiter international wirken wollen, weiter zuverlässige Verbündete. Und Deutschland ist ein sehr wichtiger Verbündeter.“
Dazu passt dann auch der versöhnliche Abschluss des Tages. Als Alexander Schweitzer zum Weißen Haus spaziert, wird er von Don Folden erkannt, den hier jeder als den Schaffner der Wahrheit kennt. Und der hat auch schnell die passende Musik gefunden. Das Pfalzlied vor der Haustür von Donald Trump. Schöner kann ein Tag in Washington kaum enden.