Zahl der Apotheken sinkt drastisch

In Rheinland-Pfalz gab es im vergangenen Jahr noch rund 850 Apotheken und damit gut 200 weniger als noch vor zehn Jahren. Gerade im ländlichen Raum müssen Menschen immer häufiger lange Strecken fahren, um überhaupt noch eine geöffnete Apotheke zu finden. Wir waren in einer Landapotheke im Kreis Cochem-Zell zu Besuch und haben uns auf die Suche nach den Gründen für das Apothekensterben gemacht.

Thomas Hanhart, Apotheker
„Wir waren ein Notdienstbezirk mit neun Apotheken, da waren innerhalb der letzten vier Jahre drei Schließungen. Da denkt man schon drüber nach. Das ist schon ein Problem, dass hier regional ist, was aber auch über unseren Kreis hinausgeht, in ganz Rheinland-Pfalz.“
Thomas Hanhart betreibt die Adler Apotheke in Kaisersesch. Die Gegend ist ländlich geprägt. Die meisten Kunden kommen mit dem Auto, auch weil es in der Region immer weniger Apotheken gibt. Der Grund für das Apothekensterben ist für Hanhart offensichtlich.
Thomas Hanhart, Apotheker
„Unsere Vergütung hat sich seit 2013 nicht verändert. In der Zeit sind natürlich die Kosten gewaltig gestiegen. Das ist sicherlich der erste Punkt, wo sich ganz dringend etwas ändern muss.“
Aufgrund der immer schlechteren Versorgungslage bestellen mehr Menschen inzwischen ihre Medikamente Online.
Heinrich Meyer, Geschäftsführer Bundesverband Deutscher Versandapotheken
„Denn Versandapotheken sind eine komplementäre Versorgungsform, die insbesondere auch für Menschen, die durch das Apothekensterben vielleicht von einer Apotheke in unmittelbarer Nähe abgeschnitten sind, dass die dennoch einen niedrigschwelligen Zugang zu ihren Arzneimitteln brauchen. Und das können Versandapotheken bieten.“
Für viele Kunden allerdings ist der Umstieg auf eine Online-Apotheke keine Option.
Adelheid Michels aus Kalenborn
„Ich werde immer sehr nett bedient und kann über alles nachfragen. Man kann sich Hilfe holen. Also Online, das klappt bei mir noch nicht so richtig und in meinem Alter geht das allen so, dass die dann lieber vor Ort jemanden haben.“
Wolfgang  Michels aus Kalenborn
„Für mich persönlich ist das sehr wichtig, weil ich auch chronisch krank bin.“
Jule Münch aus Hambuch
„Eben allein für Notfälle oder so oder halt generell, dass man auch nicht weit fahren muss, das ist schon ganz gut, dass eine Apotheke in der Nähe ist.“
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hatte zwar angekündigt, die Apotheken finanziell stärken zu wollen, auf dem Deutschen Apothekertag am Wochenende allerdings gab es jetzt eine Absage: Für eine Erhöhung der Honorare fehle das Geld.
Schlechte Aussichten also – für Apotheker und Kunden.