Der Sporttalk mit Julian Beimel

Die Eintracht will zurück in die Erfolgsspur, Mainz 05 steht vor einem schweren Spiel, der FCK will seinen guten Tabellenplatz und die Darmstädter Lilien die Spitzenposition der 2. Liga behalten. Wie sieht das unser Sportreporter?

Markus Appelmann, Moderator:
Der 5. Spieltag in der 1. Fußballbundesliga steht an. Und darüber spreche ich jetzt mit meinem Kollegen Julian Beimel aus der Sportredaktion. Hallo! Julian, Eintracht Frankfurt muss auswärts bei Borussia Mönchengladbach ran und will nach zwei Bundesliga-Niederlagen in Folge zurück in die Erfolgsspur, oder?
Julian Beimel, Sportreporter:
Auf jeden Fall, denn der Gegner, Gladbach selbst ja seit 11 Spielen ohne Sieg in der Liga. Aber seit kurzem mit neuem Trainer, hier sehen wir ihn: Eugen Polanski. Und ein neuer Trainer, das ist so eine alte Fußball-Weisheit, macht die Mannschaft ein Stück unberechenbarer, das setzt oft neue Kräfte frei. So sieht es auch der Eintracht-Coach.
Dino Toppmöller, Trainer Eintracht Frankfurt
„Grundsätzlich haben die Mannschaften ja dann vom Gefühl her dann nochmal ein bisschen mehr Energie, weil sie sich alle dann dem neuen Trainer nochmal zeigen wollen. Aber am Ende darf es für uns jetzt keine große Rolle spielen. Wir wollen nach Gladbach fahren und wollen da drei Punkte holen.“
Beimel:
Und ein Sieg für die Eintracht wäre gleich doppelt wichtig. Erstens um den Anschluss an die Tabellenspitze zu halten. Und zweitens um Selbstvertrauen zu tanken. Denn nach Gladbach folgt ein absolutes Hammerprogramm! Und das lautet Atletico Madrid, Bayern München, Freiburg und dann der große FC Liverpool.
Appelmann:
Mainz 05 empfängt zuhause den Tabellenzweiten Borussia Dortmund. Was erwartest du da für ein Spiel?
Beimel:
Nach ihrem 4:1 Auswärtssieg bei Augsburg die Mainzer im Aufwind. Aber der BVB derzeit gut in Form. Das wird ein schweres Spiel für die Mainzer, die zudem auf ihren Abwehrchef Dominik Kohr verzichten müssen. Denn der hat mit seinem 8. Platzverweis den Bundesliga-Rekord eingestellt. Aber Trainer Bo Henriksen stellt klar: Ich will an meinem Kohr gar nichts ändern! So wie er ist, ist er genau richtig und ein absoluter Leistungsträger.
Bo Henriksen, Trainer 1. FSV Mainz 05
„Das ist wichtig für sein Spiel, das ist wichtig für unsere Mannschaft. Dass er Power hat. Und deswegen will ich ihn nicht ändern. Er muss Dominik Kohr sein. Er will gewinnen, er ist ein Leader auch auf dem Platz. Er spricht nicht nur. Er schaut jedes Mal und gibt 100 Prozent. Wir wissen jedes Mal, was wir kriegen. Und deswegen spielt er auch jedes Spiel. Wenn er kann.“
Beimel:
Ja…wenn er kann. Morgen kann, beziehungsweise darf er nicht. Aber er hat definitiv einen sehr großen Teil dazu beigetragen, dass die 05er bisher gerade mal 4 Gegentreffer bekommen haben, nur Bayern und Dortmund haben weniger Tore kassiert.
Appelmann:
Kommen wir jetzt zu Liga 2, Anpfiff für Darmstadt 98 bereits in etwas mehr als einer halben Stunde, zuhause gegen Dynamo Dresden. Und seit kurzem grüßen die Lilien von der Tabellenspitze!
Beimel:
Ja, nach dem Sieg am letzten Wochenende wollten die Lilien aber noch gar nicht so genau auf die Tabelle schauen, da war die Rede von einer „schönen Momentaufnahme“, mehr nicht. Die Einstellung ein paar Tage später auch noch die gleiche, aber man hat sich schon etwas mehr daran gewöhnt, lässt es etwas mehr zu, das hört man beim Trainer raus.
Florian Kohfeldt, Trainer SV Darmstadt 98
„Es ist sehr sehr schön Tabellenführer zu sein. Und wir genießen das auch sehr. Das ist was Tolles. Und das ist auch nix, wofür man sich schämen muss. Oder wo man sofort reflexartig sagen muss: Oh, gefährlich! Nein, sondern wir freuen uns, wir genießen das. Und nehmen das als Ansporn weiterzumachen. Und wenn es geht, sogar noch eine Schippe draufzulegen.“
Beimel:
Eine Schippe drauflegen können sie jetzt gleich, zuhause am Bölle – Flutlicht und ausverkauftes Haus. Es kann losgehen!
Appelmann:
Nur einen Punkt hinter Darmstadt steht der 1. FC Kaiserlautern mit Rang 4 derzeit auch gut da. Wie siehst Du die Chancen beim Auswärtsspiel bei Paderborn?
Beimel:
Der FCK mit drei Siegen in Folge, aber dennoch: Das Duell gegen Paderborn, wir ein Duell auf Augenhöhe, wie so viele Spiel in Liga 2. Und genau das macht diese Liga für FCK-Trainer Torsten Lieberknecht so sehr aus, wir hören mal rein.
Torsten Lieberknecht, Trainer 1. FC Kaiserslautern:
„Alles ist eng zusammen. Jeder kann jeden schlagen. Das ist die 2. Liga. Deswegen habe ich mich auch so oft mit Leuten unterhalten. Deswegen schaue ich mittlerweile keinen internationalen Fußball mehr. Ganz wenig 1. Liga, sondern nur noch 2. Liga, weil es einfach am meisten Spaß macht.“
Beimel:
Und deshalb hat natürlich auch Torsten Lieberknecht das letzte Spiel des FCK in Paderborn, vor einem halben Jahr, gesehen. Und viele FCK-Fans werden sich noch erinnern, 5:3 für Paderborn ging das aus, ein richtiges Fußball-Spektakel.
Appelmann:
Dann sind wir gespannt, wie viele Tore es am Samstag werden. Anstoß ist um 13:00 Uhr. Julian, ich danke Dir für Deinen sportlichen Ausblick aufs Wochenende.
Beimel:
Gerne!