Moderne Technik für Frankfurter U-Bahnen

182 Millionen Fahrgäste haben im vergangenen Jahr die Bahnen und Busse der Frankfurter Verkehrsgesellschaft genutzt. Und bis 2030 sollen sich die Fahrgastzahlen um 20% erhöhen. Doch mehr Züge können auf dem bestehenden Schienennetz nicht fahren, außerdem findet man kaum noch Bus- und Bahnfahrer, Deshalb geht man in Frankfurt jetzt den Weg der Digitalisierung. Das Ziel: Fahrzeuge, die fast vollständig automatisch unterwegs sind.

Die Ampel zeigt rot und trotzdem bremst die U-Bahn nicht ab. Denn dank digitaler Vernetzung weiß der Zug genau, wie schnell er fahren muss, um eine grüne Welle zu bekommen. Der Zug kommuniziert ständig, mit Weichen, Ampeln und mit der Leitzentrale – momentan aber erst auf einer Teststrecke.
Guido Rumpel, Siemens Mobility
„Und dadurch wird es ermöglicht, dass wir immer wissen, wo jeder Zug ist, und so kann man sich ja vorstellen, dass wir zum Beispiel an einem Gleisabschnitt, an dem wir wissen, wo jeder Zug ist, diese auch dichter aufeinander auffahren lassen können und so erhöhen wir zum Beispiel die Kapazität.“
Praktisch für die VGF – die Verkehrsgesellschaft Frankfurt –, die so mit einer einfachen Nachrüstung ihrer Züge und Strecken der wachsenden Nachfrage gerecht werden kann.
Steffen Geers, Geschäftsführer Verkehrsgesellschaft Frankfurt
„Der Vorteil für den Fahrgast ist, natürlich, dass wir heute 24 Züge pro Stunde mit der alten Technik fahren können – das ist sozusagen die technische Grenze – und dass wir mit dem neuen System dann 30 Züge pro Stunde durch dieselbe Strecke fahren können, ohne dass wir neue Strecken bauen müssen, dass wir langwierige Baustellen haben, sondern dass wir das alles mit der Digitalisierung eben hinbekommen.“
Außerdem soll mit der neuen Technik Energie gespart werden. Die Züge bremsen und beschleunigen automatisch nur so viel wie nötig. So hat das Fahrpersonal mehr Zeit, sich um die Fahrgäste zu kümmern und die Strecke im Auge zu halten.
Steffen Geers, Geschäftsführer Verkehrsgesellschaft Frankfurt
„Das ist tatsächlich das größte Investitionsprojekt der VGF im Moment. Noch vor den neuen Fahrzeugen, die wir gerade auch bestellen. Also da geht es um über 200 Millionen Euro. Gut die Hälfte davon trägt das Land durch eine Förderung.“
Bis die neuartige Technik auch wirklich zum Einsatz kommt, wird es allerdings noch etwas dauern. In gut zwei Jahren sollen die ersten Linien in Frankfurt umgestellt werden.