Ausstellung „Als Großmutter modern war“
Im Wohnzimmer ist ein Saugroboter mit Künstlicher Intelligenz zu Gange, während die Küchenmaschine automatisch die Suppe kocht. So läuft das heute – ganz anders war das noch vor einhundert Jahren. Die Ausstellung „Als Großmutter modern war“ im Landesmuseum Birkenfeld nimmt uns mit auf eine Zeitreise in das Leben von damals. Und wirft das ein oder andere Rätsel auf.
Zwei lange Greifarme, in der Mitte ein Halbkreis. Was könnte das nur sein? Einfacher ist es da schon bei diesem Gegenstand hier: eine Saftpresse.
„Ich kann mich erinnern, dass meine Mutter die auch noch verwendet hat. Und dann kam doch da hinten die Strünke raus. Oder vorne, ganz vorne.“
In Erinnerungen schwelgen, den Kindern und Enkeln vom Leben „früher“ erzählen. Genau dafür ist die Ausstellung von Kurator Ricardo Rodrigues de Sousa gedacht. Aber auch, um zu zeigen, wie einfach Vieles heute ist.
Ricardo Rodrigues de Sousa, Kurator
„Es war ein Prozess, um an den Kaffee zu kommen. Und das war auch alles mit Zeitaufwand verbunden. Und darüber denkt man heute nicht mehr nach. Man hat seinen Kaffee und ist glücklich. Und früher musste man den Kaffee mühlen. Also zuerst musste man den Kaffee rösten. Dann musste man den Kaffee mühlen. Dann musste man den Kaffee kochen. Heute kann ich einfach nur einen Knopf drücken und habe einen Kaffee zu Hause.“
Die Ausstellungsstücke hat der Verein für Heimatkunde im Laufe vieler Jahre gesammelt. Schätze wie diese Schreibmaschine.
Hisso von Selle, Verein für Heimatkunde Birkenfeld
„Bekommen haben wir diese Schreibmaschine von dem Vor-, Vorgänger als Museumsleiter hier. Ein alter Schulmeister. Der war Jahrgang 1928 und hat nach dem zweiten Weltkrieg seine Examensarbeit noch mit dieser Maschine geschrieben.“
Mit einem Stift muss man an den Buchstaben andocken und dann die Taste der Schreibmaschine drücken.
Hisso von Selle, Verein für Heimatkunde Birkenfeld
„Der Zeitaufwand. Im Vergleich zu heute, zehn Finger. Selbst ich mit meinem Ein-Finger-Adlersuchsystem bin schneller als die hier mit dieser Maschine.“
Der Großteil der Ausstellungsstücke stammt aus den Jahren 1900 bis 1950. Wie diese elektrische Waschmaschine: Einhundert Jahre ist sie alt. Und löst die Hausfrau am Waschbrett ab.
Ricardo Rodrigues de Sousa, Kurator
„Das sind ja auch alles Sachen, die von Frauen gemacht worden sind. Deswegen habe ich mich auch dafür entschieden, die Ausstellung „Als Großmutter modern war“ zu nennen. Weil wenn man sich die Objekte hier anschaut, dann waren das tatsächlich einfach nicht Objekte, die von Männern benutzt worden sind, weil Männer zu der Zeit andere Aufgaben hatten.“
Wofür ist nun aber diese Klammer gut? Sie gehört in die Küche – auf einen Schnellkochtopf.
Ricardo Rodrigues de Sousa, Kurator
„Wenn man zum Beispiel Kartoffeln kocht und der Deckel auf dem Topf drauf liegt, dann fängt der an, sich zu bewegen, weil halt der ganze Dampf aussteigt. Und das hat man durch diese Klammer hier verhindert.“


