Was bedeuten die geplanten Bahnreformen für Hessen und Rheinland-Pfalz?
Wir haben mit der Sendung wie immer pünktlich begonnen. Was man von diesem Verkehrsmittel nicht unbedingt behaupten kann. Nur knapp über 60 Prozent der Züge im Fernverkehr sind einigermaßen pünktlich. Und das ist nicht die einzige Baustelle, die der neue Verkehrsminister Patrick Schnieder aus der Eifel bei der Deutschen Bahn angehen muss. „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ heißt die neue Bahnreform. Bringt uns zu der Frage: Wie steht’s denn momentan um die Zufriedenheit?
Noel Voss
„Ist schon viel Mist passiert, sag ich mal. Also so halt generell viele Ausfälle, auch Busse. Das einzig Gute was mir in Erinnerung geblieben ist, ist das 9-Euro-Ticket.“Tarek Perron
„Ich glaube, jeder, der in Deutschland lebt und mal mit der Bahn gefahren ist, wurde damit konfrontiert.“Isa Liebhart
„So oft fahr ich nicht mit der Bahn, aber wenn ist meistens zu spät. Hört man auch an den Durchsagen in Frankfurt. ‚Der Zug zu spät, der Zug zu spät.‘“
Zufriedenheit sieht anders aus. Doch auf pünktliche Züge müssen Fahrgäste der Deutschen Bahn jetzt noch etwas länger warten. Statt 2026 sollen laut den Plänen von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erst 2029 70% aller Fernzüge wie geplant an ihr Ziel kommen. Schon kurz nach der Veröffentlichung der Reformpläne gibt es Kritik.
Katrin Eder (Bündnis 90 / Die Grünen), Mobilitätsministerin Rheinland-Pfalz
„Die Ziele sind ambitionslos. Wir können keine ganzheitliche Strategie erkennen, sondern es war mehr ein bisschen Umstrukturierung des Konzerns und mehr die Benennung von Herausforderungen. Wir haben gemeinsame Klimaziele definiert, dazu steht auch diese Bundesregierung, und dann bedeutet das, dass wir wirklich Schwerpunkte setzen.“
Geplante Schwerpunkte sollen laut Schnieder neben der Pünktlichkeit auch Sauberkeit und Sicherheit an Bahnhöfen sein.
Für Klaus Zechner vom Fahrgastverband Pro Bahn in Hessen bleiben große Fragezeichen beim Blick auf die Personalprobleme.
Klaus Zechner, Fahrgastverband Pro Bahn Hessen
„Hier kam keinerlei Aussagen dazu, dass hier auch eine Offensive laufen soll, um qualifiziertes Personal auch für diesen Bereich, aber auch für die Instandhaltung, für die Instandsetzung und für den Fahrbetrieb insgesamt zur Verfügung zu stellen. Das hat uns sehr enttäuscht.“
Der Hessische Verkehrsminister Kaweh Mansoori begrüßt zwar die Maßnahmen, sieht den Bund jetzt aber in der Verantwortung, den Worten schnell Taten folgen zu lassen.
Kaweh Mansoori (SPD), Verkehrsminister Hessen
„Ich glaube, wichtig ist, dass die Fahrgäste mal Licht am Ende des Tunnels sehen. Viele Pendlerinnen und Pendler sind ja bereit Einschränkungen in Kauf zu nehmen, wenn sie im Gegenzug sehen können, dass sich Dinge wirklich verändern und es ist über Jahre zu wenig investiert worden. Das stellen die Menschen jetzt fest. Es sind eigentlich zu viele Züge auf zu wenig Schiene unterwegs, das führt immer wieder zu Problemen. Das wird sich nur beheben lassen, wenn jetzt mehr investiert wird und dafür muss der Bund ein entsprechendes Paket schnüren.“


