Bischofskonferenz diskutiert Mitgliederschwund der Kirche
Die Mitglieder der katholischen Kirche werden immer weniger – das ist ein Thema auf der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda. Angesichts der vielen Kirchenaustritte darf die katholische Kirche nach Ansicht des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf aber nicht resignieren.
Die katholische Kirche – eine der großen Institutionen in Deutschland. Zumindest war das mal so. Seit der deutschen Wiedervereinigung sinken die Mitgliederzahlen stetig, von knapp 30 Millionen im Jahr 1990 auf aktuell knapp 20 Millionen. Laut Kirchenwissenschaftlern gibt es dafür verschiedene Gründe.
Prof. Dr. Jan Loffeld, Professor für Pastoraltheologie
„Der Grund, der natürlich am naheliegendsten ist, sind die Kirchenskandale, die bekannt sind. Aber es gibt eben auch noch tieferliegende kulturelle Strömungen, dass immer mehr Leute sagen, ich kann ein glückliches Leben führen, ohne sozusagen den Verweis den Verweis auf den Himmel zu haben. Ich glaube, dass dieser Ausfall des Gottesgedankens den Kern der Krise ausmacht und dass natürlich die teilweise auch Unbeholfenheit der Kirche, muss man sagen, in diesen Zusammenhängen, das noch verstärkt.“
Bemühungen seitens der Kirchen, wieder für mehr Mitglieder zu werben, seien in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder ins Leere gelaufen. Weniger Mitglieder, das bedeutet auch weniger Geld für die Gemeindearbeit und die kircheneigenen Sozial- und Bildungseinrichtungen. Ein Trend, der den Vertretern auf der Bischofskonferenz Sorgen bereitet.
Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz
„Aber ich meine sogar, dass finanzielle Seite gar nicht die eigentlich wichtigste ist. sondern es darf sich nicht so ein Gefühl der Resignation, ein Gefühl der Lähmung breitmachen.“
Es gelte jetzt, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und den Menschen in Erinnerung zu rufen, wie wichtig Glaube und kirchliche Einrichtungen in verschiedenen Lebensbereichen sind, so der Mainzer Bischof. Und darum, zu akzeptieren, dass der Stellenwert der Kirche in unserer Gesellschaft kleiner geworden ist.
Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz
„Wir werden so schnell das Ruder nicht rumreißen. Weil diese gesellschaftlichen Entwicklungen, die seit Jahrzehnten laufen, das kann man auch nicht mit ein paar Stellschrauben zurückdrehen. Sondern ich glaube, wir müssen unseren Auftrag leben, wir müssen das leben, was wir im Evangelium mitbekommen haben – die frohe Botschaft für die Menschen – und wenn wir das leben, wird es immer auch Menschen geben, die sagen: Doch, das überzeugt uns, das ist glaubwürdig.“
Eine richtige Lösung finden Bischöfe und Wissenschaftler auf der diesjährigen Bischofskonferenz nicht. Aber sie setzen sich mit den Problemen auseinander und glauben daran, dass die Kirche eine zentrale Institution in der Gesellschaft bleibt.


