OB-Wahl in Ludwigshafen wird in Stichwahl entschieden
In Koblenz konnte David Langner von der SPD bereits im ersten Wahlgang eine Mehrheit von über 67 Prozent der Stimmen holen. Damit bleibt er für die kommenden acht Jahre im Amt. Und auch in Ludwigshafen wurde gestern ein neues Stadtoberhaupt gewählt. Eine absolute Mehrheit gab es hier nicht, der Kandidat der SPD wird gegen den gemeinsamen Kandidaten von CDU und Freien Wähler in die Stichwahl ziehen. Das mediale Interesse an der Wahl war groß, denn sie hatte im Vorfeld für viel Gesprächsstoff gesorgt.
Entweder er wird es – oder er. Er wird es auf jeden Fall nicht. Der Wahlausschuss hatte den AfD-Kandidaten Joachim Paul nicht zur Wahl zugelassen, wegen Zweifeln an seiner Verfassungstreue. Rund 120 seiner Anhänger gingen deswegen im August auf die Straße. Das Wahlergebnis gestern Abend verfolgt Paul trotzdem öffentlich.
Joachim Paul (AfD), Abgeordneter Landtag RLP
„Meine Anhänger, meine Wähler, die kreiden diese, ich sag jetzt mal Intrige hier in Ludwigshafen der Landes-SPD an, das war eine Landes-SPD-Kiste, um mich als aussichtsreichster Kandidat aus der Wahl vorab zu entfernen.“
Der Landtagsabgeordnete soll Kontakte in rechtsextreme Kreise haben und Remigrationspläne unterstützen. Joachim Paul hatte versucht, die Entscheidung des Wahlausschusses bei mehreren Gerichten anzufechten, bis hin zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe – erfolglos.
Und so fällt die Entscheidung heute zwischen vier Kandidaten. Mit 41,2 und 35,5 Prozent der Stimmen schneiden Klaus Blettner von der CDU und Jens Peter Gotter von der SPD am besten ab. Mit einer Wahlbeteiligung von rund 29 Prozent haben allerdings gerade mal halb so viele Ludwigshafener ihre Stimme abgegeben wie bei der letzten Obergürgermeister-Wahl 2017. Auch die Zahl der ungültigen Stimmen ist ungewöhnlich hoch.
Jutta Steinruck (parteilos), amtierende Oberbürgermeisterin Ludwigshafen
„Ich denke, es sind nicht alle mit der Entscheidung des Wahlausschusses einverstanden gewesen und das war dann auch zu erwarten, dass sich das auf den Stimmzetteln niederschlagen würde.“
Klaus Blettner von der CDU, unterstützt von den Freien Wählern, und SPD-Kandidat Jens Peter Gotter freuen sich über Platz eins und zwei, auch wenn es nicht für eine absolute Mehrheit gereicht hat. Am 12. Oktober werden sie in der Stichwahl nochmal gegeneinander antreten.
Klaus Blettner (CDU), Oberbürgermeister-Kandidat Ludwigshafen
„Mit dem Ergebnis, ja, kann man zufrieden sein jetzt erst mal, es ist aber auch nur ein Zwischenstand, wir gehen jetzt in die Verlängerung und geben da weiterhin Vollgas. Die Themen Sicherheit und Sauberkeit sind die Themen, die den Ludwigshafenern unter den Nägeln brennen und dann gilt es, die auch als erstes anzupacken. Ich habe einen sehr konkreten Plan, wie ich das in den ersten 100 Tagen angehen werde.“
Auch Jens Peter Gotter hat viele Pläne, sollte er gewinnen.
Jens Peter Gotter (SPD), Oberbürgermeister-Kandidat Ludwigshafen
„Weiter laut sein bei der Fiskalpolitik, Wirtschaftspolitik vorantreiben, die Gewerbesteuereinnahmen anheben, die Stadtverwaltung digitalisieren, Kitas bauen, das ist ein großes Thema und Wohnraum schaffen.“


