Digitale Nase soll Weinqualität erschnüffeln

Der Weinbau steckt in einer existenziellen Krise – da sind sich die Experten einig. Was aber muss jetzt passieren, damit es wieder aufwärts geht. Qualität ist EIN Schlüssel sagt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Auf seiner Sommertour hat er sich gestern wissenschaftlich mit dem Thema Wein beschäftigt.

Auf dem Weincampus Neustadt beschäftigen sich Wissenschaftler mit den unterschiedlichsten Weinen. Das weiß auch Ministerpräsident Alexander Schweitzer zu schätzen. Denn er freut sich, wenn er einen Wein im Glas hat, den er noch nicht kennt.
Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident Rheinland-Pfalz
„Ach, Ich bin total experimentierfreudig, was Weine angeht. Ich lege Wert darauf, dass es rheinland-pfälzischer Wein ist. Ich trinke inzwischen deutlich mehr Weißweine. Aber ich bin immer auch mal gespannt auf was Neues.“
Die Chancen, in seiner Heimat Weine von bester Qualität zu finden, könnten in Zukunft noch steigen. In Neustadt führen ihm die Forscher einen HighTech-Koffer vor, der Trauben direkt im Weinberg untersuchen kann. Mit Infrarotstrahlen überprüft er bei der Frucht eine Vielzahl von Qualitätsmerkmalen. So kann er dem Winzer zum Beispiel signalisieren, wann der optimale Zeitpunkt für die Ernte ist  Ein paar Meter weiter präsentieren die Forscher eine sogenannte „künstliche Nase“. Sie sucht im Wein bestimmte Aromastoffe, die erfahrene Kellermeister vor drei Jahren bei aufwändigen Testverfahren bewertet haben. Bei den Verkostungen brachten sie der Künstlichen Intelligenz bei, wie bestimmte Aromen von Menschen empfunden werden. Aus  ihrem digital gespeicherten Wissen kann die Apparatur jetzt errechnen, ob es sich bei einem Traubensaft um einen Spitzenwein handelt – oder um eine Plörre, die die Gäste besser stehen lassen sollten. Diese künstliche Intelligenz – sagen die Forscher – soll künftig Weinbauern eine objektive Entscheidungshilfe geben. Die Gefahr, dass sie Winzer und Sommeliers bald arbeitslos mache, bestehe aber nicht.
Prof. Dominik Durner, Weincampus Neustadt
„Die Technik ist programmiert auf ganz bestimmte Aromastoffe und unsere Nase ist evolutionsbedingt auf so eine Vielfalt von Aromen programmiert. Das kann man technisch heute noch nicht nachbilden.“
Das letzte Urteil über die Qualität eines Weines werden also erst einmal weiter Menschen fällen müssen. Aber das ist ja auch keine schlechte Nachricht.