Nach Rauswurf: Ex-Mainz-05-Spieler Anwar El Ghazi erneut vor Arbeitsgericht

Nächstes Kapitel im Millionen-Rechtsstreit um Mainz 05 und seinen ehemaligen Profi Anwar El Ghazi. Vor knapp zwei Jahren hatten die Mainzer ihrem Spieler nach aus Sicht des Vereins Israel-feindlichen und antisemitischen Posts fristlos gekündigt. Doch das Mainzer Arbeitsgericht hat die Kündigung einkassiert und sprach El Ghazi sein ausstehendes Gehalt in Höhe von 1,5 Millionen Euro zu. Heute begann in nächster Instanz der Berufungsprozess am Mainzer Landesarbeitsgericht. Und erneut ging es um viel Geld.

Wiedersehen zwischen Mainz 05 und Anwar El Ghazi. Vertreter des Vereins um Sportchef Heidel und Präsident Hofmann auf der einen, der niederländische Spieler mit marokkanischen Wurzeln auf der anderen Seite. Am Ende des Prozesstages signalisieren beide Parteien, sich innerhalb der nächsten drei Wochen einigen zu wollen. El Ghazis Anwalt ist zufrieden.

Alexander Bergweiler, Anwalt Anwar El Ghazi: „Das Gericht hat referiert auf einen Vergleichsvorschlag vom Arbeitsgericht Mainz, der damals schon unterbreitet wurde, dass noch eine Abfindung gezahlt wird und damit der Rechtsstreit aus der Welt geschafft wird. Jetzt versuchen die Parteien, sich in irgendeiner Form zu einigen.“

Auslöser des Streits zwischen Spieler und Club waren Social-Media-Posts von El Ghazi nach dem Terrorattentat der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. In einem verwendet El Ghazi die Parole „From the river to the sea“, vom Fluss bis zum Meer, werde Palästina frei sein. Israel wird damit gewissermaßen das Existenzrecht abgesprochen. Es folgen eine Suspendierung El Ghazis, Gespräche zwischen Verein und Spieler und eine Vereinsmitteilung, dass der Spieler sich von den Posts distanziere. Doch nur zwei Tage später schreibt El Ghazi: Er bereue nichts und distanziere sich nicht von seinen Aussagen.

Mainz 05 kündigt dem Spieler daraufhin fristlos. Doch das Mainzer Arbeitsgericht urteilt zu Gunsten El Ghazis und verurteilt Mainz 05 zu einer Zahlung von 1,5 Millionen Euro an den Spieler.

Nun könnte den 05ern eine weitere Zahlung drohen. Denn El Ghazi, der nach der Kündigung für weniger Geld in Wales spielte, klagt die ihm entstandene Gehaltsdifferenz von rund 1,3 Millionen Euro ein. Auf einen Vergleichsvorschlag des Gerichts in Höhe von 800.000 Euro haben sich beide Seiten heute zwar nicht geeinigt, es geht aber offenbar nur noch um Details.

Alexander Bergweiler, Anwalt Anwar El Ghazi: „Herr El Ghazi war immer verhandlungsbereit und hat das deutlich gesagt. Jetzt müssen wir gucken, ob wir da letztendlich in allen Punkten uns treffen und dann ne Lösung finden.“

Vertreter von Mainz 05 äußern sich heute nicht vor der Kamera. Kommt es zu einer Einigung, hätte der Club ein ungeliebtes Thema vom Tisch und El Ghazi bleiben erneute weite Anreisen nach Mainz erspart. Der Stürmer verdient sein Geld mittlerweile in Katar.