FRA – Einsatz am Flughafen: Unterwegs mit einer Condor-Pilotin

Diesen Sommer haben wir Ihnen schon zahlreiche Menschen vorgestellt, die an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt dafür sorgen, dass wir ungestört in den Urlaub aufbrechen können. Im letzten Teil unserer diesjährigen Serie geht es nochmal hoch hinaus. Wir haben im Cockpit Platz genommen und eine junge Pilotin auf einem Flugumlauf nach Griechenland und zurück begleitet. Abflug nach Rhodos.

Morgens kurz nach 5. Condor-Pilotin Katharina Jung auf Kontrollgang. Vor jedem Flug muss sie das Flugzeug auf äußere Schäden prüfen.
Katharina Jung, Pilotin Condor: „Könnte ja sein, dass bei der letzten Landung ein Vogel das Flugzeug erwischt hat. Wir checken auch, dass die Bremsen noch die richtigen Limits haben und dass die Reifen das Profil noch haben, das wir brauchen. Flugzeug ist tiptop in Ordnung. Auf geht’s nach Rhodos.“
Mit ihrem Kollegen Manuel Jakubian bildet Jung bei diesem Flug das Piloten-Duo. Sie haben den Überblick über alles: Dutzende Knöpfe im Cockpit, den Funkverkehr rund um den Flughafen und äußere Bedingungen wie Luftdruck und Feuchtigkeit. Alle relevanten Daten für den Flug geben die beiden schon am Boden in den Bord-Computer ein. 
Katharina Jung, Pilotin Condor:  „Vorm Start achten wir besonders drauf, dass das Flugzeug jetzt so konfiguriert ist, wie wir es in unserer Performance-Berechnung ausgerechnet haben. Für die Wetterbedingungen, für das Gewicht vom Flugzeug, dass wir vor allem mit dem richtigen Gewicht gerechnet haben… So, Freizeichen ist da.“ – „Sehr schön.“
Kurz vor 6 Uhr kann es losgehen. Noch ein Flugzeug passieren lassen und dann geht’s ab in die Luft. Auf dem Hinflug steuert Manuel Jakubian das Flugzeug. Katharina Jung kümmert sich unter anderem um den Funkkontakt. Seit fünf Jahren ist sie auch Kapitänin bei Condor. Ein beruflicher Aufstieg, mit einer sichtbaren Veränderung im Cockpit.
Katharina Jung, Pilotin Condor: „Man hat als Co-Pilot von rechts gesteuert, jetzt als Kapitän von links. Das ist so ein bisschen umlernen, aber an sich kein großer Unterschied. Letztendlich ist der Unterschied, dass man die absolute Verantwortung hat und den Tag auch so ein bisschen managt eben als Kapitän.“ 
Die 37-Jährige ist Teil einer kleinen Gruppe. Nur fünf Prozent der über 400 Flugkapitäne bei Condor sind weiblich. Vorbehalte unter Passagieren wegen ihres Geschlechts gebe es heute nur noch selten, sagt Jung. Über 8.000 Flugstunden hat sie in ihrem Leben gesammelt. Bis zur Landung in Rhodos kommen drei dazu. Zeit, die griechische Insel zu bestaunen bleiben ihr und der Crew aber nicht. Der Zeitplan sieht eine knappe Stunde Bodenzeit vor bis zum Rückflug nach Frankfurt.
Katharina Jung, Pilotin Condor: „Man darf nicht trödeln. In der einen Stunde hat man fast durchgehend zu tun, ist froh, wenn man mal die Nase fünf Minuten rausstrecken kann in die Sonne.“ 
Nun übernimmt Jung selbst das Steuer, in Richtung ihres Heimatflughafens. Sie selbst lebt in Hattersheim im Main-Taunus-Kreis und hat schon als Kind eine Bindung zum Frankfurter Flughafen aufgebaut.
Katharina Jung, Pilotin Condor: „So hat für mich auch die Fliegerei begonnen. So, diese Faszination für den Flughafen. Von der Besucherterrasse sich alles anzuschauen von oben. Dieses ganze Gewusel, nenne ich es mal, am Flughafen. Die ganzen Abfertigungsprozesse, die vielen Flugzeuge, vielen Airlines, die man sonst an keinem Flughafen zu sehen kriegt. Also, das ist schon eine große Faszination. Es ist schön, ein Teil in dieser Kette von ganz vielen Dienstleistern und Airlines zu sein.“ 
Der Frankfurter Flughafen ist ein gigantischer Wirtschafts– und Jobmotor des Rhein-Main-Gebiets. Doch wer in der Region lebt, kennt auch die Schattenseiten, wie die vielen Abgase und den andauernden Fluglärm. Deshalb gilt in Frankfurt zwischen 23 Uhr abends und 5 Uhr morgens ein Nachtflugverbot. Für Katharina Jung ist das Fluch und Segen zugleich.
Katharina Jung, Pilotin Condor: „Für uns als Pilotinnen und Piloten wäre es natürlich schöner, wenn wir rund um die Uhr landen könnten. Andererseits hat es für uns auch einen Vorteil, wenn wir nicht ganz so früh aufstehen müssen, weil wir vor fünf Uhr nicht in Frankfurt starten können. Also, die früheste Zeit, zu der wir uns treffen zur Vorbesprechung, ist 3 Uhr 20 in Frankfurt, um dann um 4 Uhr 45 loszurollen und dann um 5 Uhr an der Startbahn zu stehen und als erste abzuheben.“
An diesem Tag landet sie pünktlich um 13 Uhr 20. Ein letztes (situativ) „Wiedersehen“ an die Passagiere und dann hat die Crew Feierabend. Katharina Jung arbeitet wie rund 80.000 Angestellte am Frankfurter Flughafen. Ob in der Luft, auf dem Rollfeld oder hinter den Kulissen. Jeden Tag kümmern sie alle sich darum, dass ein Rad ins andere greift. Hier an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt.